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Website auf Deutsch und Englisch: Inhalte, Kosten und SEO

Veröffentlicht Von Ichii GmbH

Inhalt
  1. Brauchen Sie überhaupt eine englische Version?
  2. Welche Seiten Sie übersetzen sollten: die Planungstabelle
  3. Übersetzen oder anpassen?
  4. URL-Struktur: Welche Variante passt?
  5. hreflang einfach erklärt
  6. Sprachwechsel ohne automatische Umleitung
  7. Was eine zweite Sprache kostet
  8. Ihr nächster Schritt

Eine englische Version lohnt sich, wenn ein spürbarer Teil Ihrer Kunden, Partner oder Bewerber lieber auf Englisch liest. Sie muss aber nicht jede Seite der deutschen Website spiegeln. Oft reichen die Seiten, auf denen jemand entscheidet, ob er Sie kontaktiert: Startseite, Leistungen, Über uns und Kontakt.

Technisch gilt eine einfache Regel: Jede Sprache bekommt eigene Adressen, etwa /de/ und /en/, die Versionen verweisen gegenseitig aufeinander (hreflang), und niemand wird automatisch nach Standort umgeleitet. So beschreibt es Google in seiner Dokumentation.

Bei den Kosten unterschätzen viele den laufenden Teil. Jede Änderung, jede neue Leistung und jede Preisanpassung fällt künftig zweimal an.

Kurz gesagt

  • Übersetzen Sie zuerst die Seiten, die zur Kontaktaufnahme führen. Nicht jede Seite braucht eine englische Fassung.
  • Passen Sie Inhalte an, statt nur Wort für Wort zu übersetzen. Maschinelle Übersetzung ist als Entwurf in Ordnung, sollte aber von jemandem geprüft werden, der die Sprache sicher beherrscht.
  • Jede Sprachversion braucht eigene URLs. Unterverzeichnisse wie /de/ und /en/ sind für kleine Websites meist die einfachste Lösung.
  • hreflang verknüpft die Versionen: Jede Seite nennt sich selbst und ihre Übersetzung, in beide Richtungen.
  • Keine automatische Weiterleitung nach IP-Adresse oder Browsersprache, sondern ein sichtbarer Sprachwechsel.
  • Die Kosten hängen von Seitenzahl, Übersetzungsweg und laufender Pflege ab; die laufende Pflege wird am häufigsten unterschätzt.

Brauchen Sie überhaupt eine englische Version?

Prüfen Sie ehrlich, wer Ihre Website liest. Eine zweite Sprache ist sinnvoll, wenn mindestens eine dieser Aussagen zutrifft:

  • Sie haben Kunden oder Auftraggeber im Ausland oder arbeiten mit internationalen Teams.
  • Ein Teil Ihrer Kundschaft in Deutschland spricht wenig Deutsch, etwa in Großstädten, in Praxen mit internationalen Patienten oder im Umfeld von Hochschulen und Start-ups.
  • Sie suchen Fachkräfte, die (noch) nicht Deutsch sprechen.
  • Anfragen kommen bereits auf Englisch, obwohl die Website nur deutsch ist.

Trifft nichts davon zu, ist eine einsprachige Website meist die bessere Wahl. Eine halb gepflegte englische Version mit veralteten Preisen wirkt schlechter als gar keine.

Welche Seiten Sie übersetzen sollten: die Planungstabelle

Die folgende Tabelle ist ein Ausgangspunkt für eine typische kleine Firmenwebsite. Passen Sie die Spalte „Englisch“ an Ihre Zielgruppe an.

Vorlage

Planungstabelle für eine Website auf Deutsch und Englisch

SeiteDeutschEnglischHinweis
StartseitejajaWas Sie anbieten, für wen, wo; anpassen, nicht nur übersetzen
Leistungenjaja, ggf. gekürztNur Leistungen, die Sie auch auf Englisch erbringen
Über uns / TeamjajaSprachkenntnisse des Teams nennen
ReferenzenjaoptionalNur, wenn für internationale Kunden relevant
Preisejaja, wenn vorhandenNetto/brutto und USt. klar angeben
KontaktjajaSagen, in welcher Sprache Sie antworten
KarrierejaoptionalWenn Sie international einstellen
Blog / Aktuellesjameist neinLaufender Aufwand; nur ausgewählte Beiträge
Impressumjarechtlich klärenMuss von jeder Sprachversion aus leicht erreichbar sein
Datenschutzerklärungjarechtlich klärenAuch Formular-Hinweise in beiden Sprachen bedenken

Zum Impressum: § 5 DDG verlangt, dass die Angaben leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sind. Eine Vorschrift dazu, in welcher Sprache Impressum oder Datenschutzerklärung vorliegen müssen, haben wir im Gesetzestext nicht gefunden. Ob Sie die Rechtstexte übersetzen, sollten Sie deshalb mit einer Rechtsberatung klären. Der Link dorthin gehört in jedem Fall auch in die englische Fußzeile.

Wie viele Seiten eine kleine Website überhaupt braucht, lesen Sie im Beitrag Welche Seiten braucht eine Firmenwebsite?.

Übersetzen oder anpassen?

Eine gute englische Seite ist selten eine wörtliche Kopie der deutschen. Internationale Leser kennen andere Begriffe, haben andere Fragen und suchen mit anderen Wörtern. Diese Punkte sollten Sie bei jeder Seite prüfen:

  • Fachbegriffe erklärt, die es so nur in Deutschland gibt, etwa „Meisterbetrieb“, „Kassenpatienten“ oder „Steuerberater“.
  • Preise eindeutig: netto oder brutto, mit oder ohne Umsatzsteuer (VAT).
  • Kontaktweg klar: Antworten Sie auf Englisch? Telefonisch auch auf Englisch oder nur per E-Mail?
  • Formulare, Fehlermeldungen, Bestätigungs-E-Mails und automatische Antworten ebenfalls übersetzt.
  • Datums-, Zahlen- und Telefonformate verständlich, etwa die Ländervorwahl +49.
  • Bilder und Beispiele passen zur Zielgruppe.
  • Seitentitel und Beschreibungen für Suchmaschinen in jeder Sprache eigens formuliert.
  • Jede Seite durchgehend in einer Sprache, ohne deutsche Textreste in Navigation oder Fußzeile.

Ein guter Prüfstein stammt aus Googles Hinweisen zu hilfreichen Inhalten: Weiß jemand nach dem Lesen genug, um sein Ziel zu erreichen? Für eine englische Leistungsseite heißt das: Versteht ein internationaler Interessent, was Sie anbieten und wie er Sie erreicht?

Maschinelle Übersetzung ist als erster Entwurf brauchbar. Lassen Sie das Ergebnis aber von jemandem prüfen, der die Sprache sicher beherrscht und Ihr Fach versteht. Google nennt in seinen Spam-Richtlinien das automatisierte Übersetzen übernommener Inhalte als Beispiel dafür, wie massenhaft Seiten mit wenig Mehrwert entstehen. Ein Verbot maschineller Übersetzung ist das nicht, aber ein klarer Hinweis, dass ungeprüfte Massenübersetzung kein guter Weg ist.

URL-Struktur: Welche Variante passt?

Damit Besucher und Suchmaschinen die Sprachversionen auseinanderhalten können, empfiehlt Google eigene URLs pro Sprache. Inhalte nur per Cookie oder Browsereinstellung umzuschalten, rät Google ab.

VarianteBeispielVorteileNachteile
Unterverzeichnissebeispiel.de/de/ und beispiel.de/en/Einfach einzurichten, wenig Pflegeaufwand, eine WebsiteKaum Nachteile für kleine Websites
Subdomainen.beispiel.deEinfach einzurichtenFür Besucher nicht immer klar, ob „en“ Sprache oder Land meint
Eigene Domainbeispiel.de und beispiel.comKlare TrennungZwei Domains, mehr Kosten und Pflege
URL-Parameterbeispiel.de?lang=en–Von Google nicht empfohlen

Für eine kleine Firmenwebsite sind Unterverzeichnisse fast immer die pragmatische Wahl. Google nennt sie einfach einzurichten und pflegeleicht.

Wenn Ihre bestehende deutsche Website dafür unter /de/ umziehen soll, ändern sich alle bisherigen Adressen. Dann brauchen Sie Weiterleitungen von den alten URLs. Wie das geht, steht im Beitrag Website-Relaunch planen. Alternativ bleibt die deutsche Version unter den bisherigen Adressen und nur die englische kommt unter /en/ dazu.

hreflang einfach erklärt

hreflang ist eine Angabe im Code der Seite, die Suchmaschinen sagt: „Diese Seite gibt es auch in einer anderen Sprache, und zwar hier.“ Google kann dann Suchenden die passende Sprachversion zeigen. Besucher sehen davon nichts.

Die wichtigsten Regeln laut Google:

  • In beide Richtungen: Jede Sprachversion nennt sich selbst und alle anderen Versionen. Fehlt der Rückverweis, ignoriert Google die Angaben.
  • Sprachcodes: Verwendet werden Sprachcodes nach ISO 639-1, also „de“ und „en“. Optional kann eine Region folgen, etwa „de-AT“. Ein Ländercode allein ist ungültig.
  • x-default: Ein reservierter Wert für die Seite, die angezeigt werden soll, wenn keine Sprache passt, zum Beispiel eine Sprachauswahl oder Ihre Hauptsprache.
  • Vollständige Adressen: Die verlinkten URLs müssen vollständig angegeben werden, einschließlich https.
  • Drei gleichwertige Wege: im HTML-Kopf der Seite, im HTTP-Header oder in der XML-Sitemap. Für Google sind sie gleichwertig.

So sieht das für ein Seitenpaar aus. Beide Seiten tragen dieselben drei Angaben:

AngabeZiel
hreflang dehttps://www.beispiel.de/de/leistungen
hreflang enhttps://www.beispiel.de/en/services
hreflang x-defaulthttps://www.beispiel.de/de/leistungen

Wichtig: Google erkennt die Sprache einer Seite nicht an hreflang, sondern am Inhalt. hreflang ersetzt also keine echte Übersetzung. Es hilft nur, die richtige Version der richtigen Person zu zeigen.

Sprachwechsel ohne automatische Umleitung

Viele Websites leiten Besucher automatisch anhand der IP-Adresse oder Browsersprache um. Google rät davon ab: Standortdaten sind ungenau, und automatische Umleitungen können verhindern, dass Besucher und Suchmaschinen alle Versionen sehen.

Besser ist ein gut sichtbarer Sprachwechsel, meist oben rechts. Er sollte auf die entsprechende Seite in der anderen Sprache führen, nicht auf die Startseite. Wer auf „Leistungen“ ist und „English“ wählt, landet auf „Services“.

Tipp

Seiten ohne Übersetzung

Wenn eine deutsche Seite keine englische Fassung hat, führt der Sprachwechsel dort sinnvollerweise zur englischen Seite, die thematisch am nächsten liegt, und die hreflang-Angaben lassen Sie für diese Seite weg.

Was eine zweite Sprache kostet

Seriöse Pauschalpreise gibt es dafür kaum, weil die Kosten von wenigen, gut planbaren Faktoren abhängen:

  • Anzahl der übersetzten Seiten: Fünf englische Seiten sind etwas anderes als eine vollständige Kopie.
  • Wer übersetzt: Sie selbst, eine Fachübersetzung oder maschinelle Übersetzung mit Prüfung. Klären Sie bei jedem Angebot, ob Übersetzung enthalten ist oder ob Sie die fertigen Texte liefern.
  • Technische Umsetzung: Sprachwechsel, hreflang, Formulare und automatische E-Mails in zwei Sprachen, längere deutsche Wörter in Navigation und Buttons.
  • Laufende Pflege: Jede spätere Änderung muss in beiden Sprachen erfolgen. Planen Sie dafür Zeit oder Budget ein.

Beispiel

Rechenbeispiel (hypothetisch): Aufwand statt Preis

Eine Physiotherapiepraxis hat eine deutsche Website mit acht Seiten. Englisch soll es für Startseite, Leistungen, Team, Preise und Kontakt geben. Das sind fünf zusätzliche Seitenfassungen, also 13 statt 8 Seiten, die gepflegt werden müssen.

Ändern sich im nächsten Jahr dreimal die Preise und kommt eine neue Leistung dazu, sind das vier Änderungen, die jeweils auf zwei Seiten fallen. Wer diese Arbeit erledigt, sollte vorher feststehen.

Bei Ichii enthält die Firmenwebsite mit bis zu 10 Seiten für einmalig 790 € netto zzgl. USt. eine Sprache. Weitere Sprachen bieten wir separat an; den Umfang klären wir im Gespräch. Einen Überblick, wovon Website-Kosten insgesamt abhängen, gibt der Beitrag Was kostet eine Firmenwebsite?.

Ihr nächster Schritt

Kopieren Sie die Planungstabelle und markieren Sie, welche Seiten wirklich eine englische Fassung brauchen und wer die Texte liefert. Mit dieser Liste lässt sich der Aufwand für eine zweite Sprache konkret beziffern. Was in unserer Firmenwebsite enthalten ist und was separat angeboten wird, sehen Sie auf der Angebotsseite.

Quellen

  1. Tell Google about localized versions of your page — Google Search Central, accessed 2026-10-09
  2. Managing multi-regional and multilingual sites — Google Search Central, accessed 2026-10-09
  3. Spam policies for Google web search — Google Search Central, accessed 2026-10-09 (Abschnitt Scaled content abuse)
  4. Creating helpful, reliable, people-first content — Google Search Central, accessed 2026-10-09
  5. § 5 DDG – Allgemeine Informationspflichten — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, accessed 2026-10-09

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