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Website-Relaunch planen: Inhalte, Weiterleitungen und SEO erhalten

Veröffentlicht Von Ichii GmbH

Inhalt
  1. Warum ein Relaunch Sichtbarkeit kosten kann
  2. Schritt 1: Bestandsaufnahme der alten Website
  3. Schritt 2: Für jede URL entscheiden
  4. 301 oder 308: Weiterleitungen in einfachen Worten
  5. Die Weiterleitungsliste: Vorlage und Beispiel
  6. Checkliste vor dem Launch
  7. Nach dem Launch: die ersten Wochen
  8. Wenn mit dem Relaunch eine zweite Sprache kommt
  9. Wer was übernimmt
  10. Ihr nächster Schritt

Bei einem Relaunch geht Sichtbarkeit in Suchmaschinen selten wegen des neuen Designs verloren. Die häufigsten Ursachen sind banaler: Alte Seitenadressen (URLs) führen ins Leere, gut gefundene Inhalte fallen weg, oder die neue Website ist nach dem Launch noch für Suchmaschinen gesperrt.

Das Risiko lässt sich deutlich verringern, aber nicht ausschließen. Erfassen Sie vor dem Launch jede alte URL, legen Sie für jede fest, wohin sie künftig führt, und richten Sie dauerhafte Weiterleitungen (301 oder 308) ein. Nach dem Launch prüfen Sie, ob alles greift. Google selbst schreibt, dass Rankings während eines Umzugs schwanken können und sich mit der Zeit wieder einpendeln.

Für eine kleine Firmenwebsite mit 10 bis 30 Seiten ist das kein Großprojekt. Eine Tabelle und ein ruhiger Nachmittag reichen meist.

Kurz gesagt

  • Hauptrisiko beim Relaunch sind geänderte oder gelöschte URLs ohne Weiterleitung, nicht das neue Design.
  • Erstellen Sie eine Liste aller alten URLs und ordnen Sie jeder eine passende neue URL zu. Leiten Sie nicht alles pauschal auf die Startseite um.
  • Nutzen Sie serverseitige, dauerhafte Weiterleitungen (301 oder 308) und behalten Sie sie laut Google in der Regel mindestens ein Jahr.
  • Vor dem Launch: Sperren der Testumgebung (noindex) entfernen, interne Links anpassen, Sitemap mit den neuen URLs bereithalten.
  • Schwankungen in den ersten Wochen sind normal. Eine Garantie, dass Rankings erhalten bleiben, gibt es nicht.

Warum ein Relaunch Sichtbarkeit kosten kann

Suchmaschinen kennen Ihre Website über ihre Adressen. Wenn die Seite „Leistungen“ bisher unter /leistungen.html erreichbar war und künftig unter /leistungen, ist das für Google zunächst eine neue Seite. Die alte Adresse liefert dann einen Fehler (404), und Links von anderen Websites oder aus alten E-Mails laufen ins Leere.

Laut Google wird eine bereits indexierte URL, die einen 404-Fehler liefert, aus dem Index entfernt. Eine Weiterleitung sagt dagegen: Dieser Inhalt ist jetzt dort. Google wertet eine dauerhafte Weiterleitung als starkes Signal, dass das Ziel die maßgebliche (kanonische) Adresse ist.

Dazu kommen drei weitere typische Ursachen:

  • Inhalte, über die bisher Anfragen kamen, werden beim Relaunch gestrichen oder stark gekürzt.
  • Seitentitel und Beschreibungen gehen verloren, weil niemand sie aus dem alten System übernimmt.
  • Die neue Website wurde in der Testphase für Suchmaschinen gesperrt, und die Sperre bleibt nach dem Launch aktiv.

Schritt 1: Bestandsaufnahme der alten Website

Bevor irgendetwas umgebaut wird, brauchen Sie eine vollständige Liste der alten URLs. Diese Liste ist die Grundlage für alles Weitere. Gute Quellen sind:

  • die alte XML-Sitemap (oft unter /sitemap.xml erreichbar),
  • die Seitenliste im bisherigen Redaktionssystem (CMS, also dem System, mit dem Sie Inhalte pflegen),
  • der Leistungsbericht in der Google Search Console, der zeigt, über welche Seiten Besucher aus der Google-Suche kommen,
  • Ihre Webanalyse, falls vorhanden,
  • verlinkte PDF-Dateien, etwa Preislisten oder Flyer, denn auch sie haben eigene URLs.

Notieren Sie zu jeder URL kurz, was darauf steht und ob die Seite erkennbar Besucher bringt. Seiten, über die Suchanfragen hereinkommen, verdienen besondere Sorgfalt.

Tipp

Alte Website sichern

Speichern Sie vor dem Umbau die Texte und Seitentitel der alten Seiten, etwa als Kopie in einem Ordner oder als PDF. Wenn der alte Hosting-Vertrag endet, ist sonst oft nichts mehr da, worauf Sie zurückgreifen können.

Schritt 2: Für jede URL entscheiden

Für jede alte Adresse gibt es drei sinnvolle Entscheidungen:

  1. Behalten: Der Inhalt bleibt und die URL bleibt gleich. Das ist die sicherste Variante. Wenn Ihre alten Adressen sauber und verständlich sind, müssen Sie sie nicht ändern.
  2. Umziehen oder zusammenlegen: Der Inhalt bekommt eine neue Adresse, oder mehrere alte Seiten werden zu einer neuen zusammengefasst. Dann leiten Sie jede alte URL auf die thematisch passende neue Seite weiter.
  3. Entfernen: Es gibt keinen passenden Nachfolger, etwa für ein eingestelltes Angebot. Dann darf die alte URL einen 404- oder 410-Status liefern. Eine Weiterleitung auf eine unpassende Seite hilft hier niemandem.

Google rät ausdrücklich davon ab, viele alte URLs auf ein einziges, unpassendes Ziel wie die Startseite umzuleiten. Das verwirrt Besucher und kann als sogenannter Soft-404 gewertet werden, also wie eine Fehlerseite. Zusammenlegungen, bei denen der alte Inhalt tatsächlich auf der neuen Seite steht, sind dagegen in Ordnung.

301 oder 308: Weiterleitungen in einfachen Worten

Eine Weiterleitung ist eine Anweisung des Servers: „Diese Adresse gibt es nicht mehr, der Inhalt liegt jetzt hier.“ Browser und Suchmaschinen folgen ihr automatisch. Die Zahl ist der sogenannte HTTP-Statuscode.

StatuscodeBedeutungFür den Relaunch
301Dauerhaft verschobenStandard für umgezogene Seiten
308Dauerhaft verschobenEbenfalls dauerhaft; Google behandelt 301 und 308 gleichermaßen als dauerhafte Weiterleitung
302, 303, 307Vorübergehend verschobenNicht für einen Relaunch; nur für echte Übergangslösungen
404, 410Nicht gefunden bzw. entferntFür Seiten ohne passenden Nachfolger

Google empfiehlt für dauerhafte Umzüge serverseitige Weiterleitungen mit 301 oder 308. Bei dauerhaften Weiterleitungen zeigt Google in den Suchergebnissen die neue Zieladresse. Weiterleitungen per JavaScript sollten laut Google nur genutzt werden, wenn serverseitige Varianten nicht möglich sind.

Welcher Code genau eingesetzt wird, ist eine technische Detailfrage für Ihren Dienstleister. Für Sie wichtig: dauerhaft, serverseitig, direkt auf das endgültige Ziel.

Die Weiterleitungsliste: Vorlage und Beispiel

Die Weiterleitungsliste (auch Redirect-Map) ist eine einfache Tabelle: alte URL, neue URL, Status. Sie dient als Arbeitsauftrag für die Umsetzung und als Prüfliste nach dem Launch.

Vorlage

Weiterleitungsliste

Alte URLNeue URLStatusNotiz
/alte-adresse/neue-adresse301Was steht auf der Seite?
/entfernte-seite–410Warum entfernt?
/unveraenderte-seite/unveraenderte-seitebleibtkeine Weiterleitung nötig

Beispiel

Beispiel (hypothetisch): Tischlerei mit 14 alten Seiten

Eine Tischlerei zieht von einem älteren Baukasten auf eine neue Website mit acht Seiten um. Die alten Adressen enden auf .html, die Leistungen standen auf vier einzelnen Seiten.

Alte URLNeue URLStatus
/index.html/301
/kuechen.html/leistungen/kuechen301
/treppen.html/leistungen/treppen301
/fenster.html/leistungen301
/tueren.html/leistungen301
/galerie-2019.html/referenzen301
/aktion-sommer.html–410
/kontakt.html/kontakt301

Fenster und Türen werden auf der neuen Leistungsseite gemeinsam beschrieben, deshalb führen beide alten URLs dorthin. Die abgelaufene Sommeraktion hat keinen Nachfolger und wird als entfernt gekennzeichnet, statt auf die Startseite umgeleitet zu werden.

Achtung

Häufige Fehler bei Weiterleitungen

  • Alles auf die Startseite: Besucher finden nicht, was sie gesucht haben, und Google kann das wie eine Fehlerseite behandeln.
  • Ketten: Alte URL leitet auf eine Zwischenadresse, die wieder weiterleitet. Google empfiehlt, direkt auf das endgültige Ziel zu leiten.
  • Vorübergehende statt dauerhafter Weiterleitung: Ein 302 signalisiert, dass die alte Adresse zurückkommt.
  • Vergessene Varianten: Adressen mit und ohne www, mit und ohne abschließenden Schrägstrich sowie alte http-Adressen sollten alle sauber auf die neue Adresse führen.

Checkliste vor dem Launch

Gehen Sie diese Punkte kurz vor dem Go-live mit Ihrem Dienstleister durch:

  • Liste aller alten URLs ist vollständig, einschließlich verlinkter PDFs.
  • Für jede alte URL ist entschieden: behalten, weiterleiten oder entfernen.
  • Wichtige Inhalte der alten Seiten sind auf der neuen Website vorhanden, nicht nur Überschriften.
  • Jede Seite hat einen eigenen, aussagekräftigen Seitentitel und eine Beschreibung. Gute alte Titel wurden übernommen oder bewusst verbessert.
  • Interne Links auf der neuen Website zeigen direkt auf die neuen URLs, nicht auf alte Adressen, die erst weiterleiten.
  • Die Sperre der Testumgebung ist entfernt: kein „noindex“ (die Anweisung, eine Seite nicht in den Suchindex aufzunehmen) und keine Blockade in der robots.txt, die nur für die Testphase gedacht war.
  • Eine XML-Sitemap mit den neuen URLs liegt bereit.
  • Die Weiterleitungen sind auf dem Server eingerichtet und mit einigen Stichproben getestet.
  • Impressum, Datenschutzerklärung und Kontaktformular funktionieren auf der neuen Website.
  • Die Ladezeit der wichtigsten Seiten auf dem Smartphone ist geprüft, etwa mit PageSpeed Insights.

Zur Ladezeit: Google nennt für die Core Web Vitals Richtwerte (Hauptinhalt geladen innerhalb von 2,5 Sekunden, Reaktion auf Eingaben unter 200 Millisekunden, kaum verrutschende Elemente). Das ist ein Baustein dessen, was Googles Systeme belohnen, aber kein Garant für Platzierungen.

Nach dem Launch: die ersten Wochen

Der Launch ist nicht das Ende der Arbeit. In den ersten Tagen lohnt sich eine kurze Kontrolle:

  1. Schritt 1: Am Launch-Tag: Rufen Sie zehn bis zwanzig alte URLs aus Ihrer Liste im Browser auf. Landen Sie jeweils auf der richtigen neuen Seite? Testen Sie das Kontaktformular.
  2. Schritt 2: In den ersten Tagen: Reichen Sie die neue Sitemap in der Google Search Console ein. Ändert sich auch die Domain, nutzen Sie dort das Tool zur Adressänderung. Für reine Pfadänderungen innerhalb derselben Domain ist es laut Google nicht nötig.
  3. Schritt 3: In den ersten Wochen: Prüfen Sie in der Search Console, ob neue URLs indexiert werden und ob 404-Fehler für alte Adressen auftauchen, die in Ihrer Liste fehlten. Ergänzen Sie fehlende Weiterleitungen.
  4. Schritt 4: Danach: Behalten Sie die Weiterleitungen. Google empfiehlt, sie so lange wie möglich beizubehalten, in der Regel mindestens ein Jahr.

Rechnen Sie mit Schwankungen. Google schreibt, dass es bei mittelgroßen Websites einige Wochen oder länger dauern kann, bis die neuen URLs statt der alten angezeigt werden. Bewerten Sie den Relaunch deshalb nicht nach den ersten Tagen.

Wenn mit dem Relaunch eine zweite Sprache kommt

Viele Unternehmen nutzen den Relaunch, um eine englische Version zu ergänzen. Dann ändern sich die URLs oft doppelt, etwa wenn alle deutschen Seiten unter /de/ wandern. Die Weiterleitungen funktionieren genau wie oben beschrieben. Wie Sie Sprachversionen gegenseitig verknüpfen (hreflang) und was zu übersetzen ist, lesen Sie im Beitrag Website auf Deutsch und Englisch.

Wer was übernimmt

Die Bestandsaufnahme können Sie selbst machen, denn Sie kennen Ihre Inhalte am besten. Die Weiterleitungen einrichten und testen ist Aufgabe des technischen Dienstleisters. Fragen Sie vor der Beauftragung, ob die Umsetzung der Weiterleitungsliste im Angebot enthalten ist, und wer nach dem Launch auf 404-Fehler achtet. Letzteres ist eine typische Frage für die Wartung nach dem Launch. Wie ein Projekt insgesamt abläuft, beschreibt der Beitrag zum Ablauf eines Website-Projekts.

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Ihr nächster Schritt

Kopieren Sie die Vorlage oben in eine Tabelle und tragen Sie die URLs Ihrer alten Website ein. Mit dieser Liste kann jeder Dienstleister Aufwand und Umfang Ihres Relaunchs realistisch einschätzen. Wenn Ihre neue Website bis zu 10 Seiten haben soll, finden Sie Leistungen und Preis auf unserer Angebotsseite für Firmenwebsites.

Quellen

  1. Site moves with URL changes — Google Search Central, accessed 2026-10-09
  2. Redirects and Google Search — Google Search Central, accessed 2026-10-09
  3. How HTTP status codes, and network and DNS errors affect Google Search — Google Search Central, accessed 2026-10-09
  4. How to specify a canonical URL with rel=canonical and other methods — Google Search Central, accessed 2026-10-09
  5. Learn about sitemaps — Google Search Central, accessed 2026-10-09
  6. SEO Starter Guide — Google Search Central, accessed 2026-10-09
  7. Understanding Core Web Vitals and Google search results — Google Search Central, accessed 2026-10-09
  8. Performance report (Search results) — Search Console Help, accessed 2026-10-09

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