Projektplanung8 Min. Lesezeit

Vom ersten Gespräch bis zum Launch: So läuft ein Website-Projekt ab

Veröffentlicht Von Ichii GmbH

Inhalt
  1. Die acht Schritte im Überblick
  2. Wer macht was? Die Aufgabenverteilung pro Schritt
  3. Schritt 1 und 2: Anfrage und Erstgespräch
  4. Schritt 3: Unterlagen – hier entscheidet sich das Tempo
  5. Schritt 4: Umfang schriftlich festhalten
  6. Schritt 5 und 6: Entwurf, Korrekturen, Freigabe
  7. Schritt 7: Launch-Vorbereitung – die späten Stolpersteine
  8. Schritt 8: Nach dem Launch
  9. Ein Beispiel für einen konkreten Ablauf
  10. Wenn Sie die Website selbst bauen
  11. Ihr nächster Schritt

Ein Website-Projekt für ein kleines Unternehmen folgt fast immer derselben Reihenfolge: Anfrage, Gespräch, Unterlagen, schriftlicher Umfang, Entwurf, Korrekturen, Launch-Vorbereitung und Launch. Die Bezeichnungen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter, die Logik dahinter kaum.

Für Sie als Auftraggeber ist vor allem wichtig, an welchen Stellen Sie selbst etwas liefern oder entscheiden müssen. Genau dort entstehen die meisten Verzögerungen: fehlende Texte, unklare Zuständigkeiten, vergessene Zugangsdaten zur Domain oder ein Impressum, das am Launch-Tag noch niemand geschrieben hat.

Dieser Leitfaden zeigt jeden Schritt mit drei Fragen: Was tun Sie? Was tut der Dienstleister? Was wird entschieden?

Kurz gesagt

  • Ein typisches Projekt hat acht Schritte, von der Anfrage bis zur Zeit nach dem Launch.
  • Ihre wichtigsten Aufgaben: Ziel und Seiten klären, finale Texte und Bilder liefern, den Umfang schriftlich bestätigen, Feedback gebündelt geben, Domain-Zugang und Rechtstexte bereitstellen.
  • Die zwei wichtigsten Entscheidungen: die schriftliche Bestätigung des Umfangs vor dem Start und die Freigabe vor dem Launch.
  • Nach dem Launch ist die Website erreichbar, aber Google braucht oft Tage bis Wochen, um neue Seiten zu crawlen.

Die acht Schritte im Überblick

  1. Schritt 1: Anfrage: Sie beschreiben kurz Ihr Unternehmen, Ihr Ziel und ob es schon eine Website gibt. Der Dienstleister prüft, ob das Projekt zu seinem Angebot passt, und schlägt ein Gespräch vor.
  2. Schritt 2: Erstgespräch: Gemeinsam klären Sie, wofür die Website da ist, wer sie besuchen soll, welche Seiten und Funktionen nötig sind und was nicht dazugehört.
  3. Schritt 3: Unterlagen liefern: Sie senden Texte, Bilder, Logo, Angaben für das Impressum und gegebenenfalls die alte Website. Je vollständiger dieses Paket ist, desto reibungsloser läuft alles danach.
  4. Schritt 4: Umfang und Auftrag schriftlich festhalten: Der Dienstleister fasst Seiten, Funktionen, Preis und Ausschlüsse zusammen. Sie bestätigen schriftlich – erst dann beginnt die eigentliche Arbeit.
  5. Schritt 5: Erster Entwurf: Der Dienstleister setzt die Seiten mit Ihren Inhalten um. Sie sehen die Website zum ersten Mal als Ganzes.
  6. Schritt 6: Korrekturen und Freigabe: Sie sammeln Ihre Änderungswünsche und geben sie gebündelt zurück. Nach der vereinbarten Korrekturrunde geben Sie die Website frei.
  7. Schritt 7: Launch-Vorbereitung: Domain und DNS werden umgestellt, Impressum und Datenschutzerklärung sind online, bei einem Relaunch werden alte Adressen weitergeleitet.
  8. Schritt 8: Launch und danach: Die Website geht online. Danach geht es um Kontrolle (Formular testen, Seiten prüfen) und um die Frage, wer die Website technisch betreut.

Wer macht was? Die Aufgabenverteilung pro Schritt

Die folgende Tabelle können Sie als Checkliste für Ihr eigenes Projekt nutzen. Die Spalte „Entscheidung“ zeigt, wo das Projekt ohne Ihr Ja nicht weitergeht.

SchrittIhre AufgabeAufgabe des DienstleistersEntscheidung
AnfrageZiel, Branche, vorhandene Website nennenPassung prüfen, Gespräch anbietenGespräch ja oder nein
ErstgesprächSeiten, Zielgruppe, Wunschtermin erklärenFragen stellen, Umfang grob einschätzenGrobe Richtung
UnterlagenTexte, Bilder, Logo, Impressumsdaten liefernVollständigkeit prüfen, Lücken meldenWas ist final?
Umfang und AuftragZusammenfassung prüfen, Ausschlüsse lesenSeiten, Funktionen, Preis, Termine schriftlich festhaltenAuftrag bestätigen
Erster EntwurfZeit zum Prüfen einplanenSeiten umsetzen, mobil prüfen–
KorrekturenFeedback gesammelt und eindeutig gebenÄnderungen einarbeitenFreigabe
Launch-VorbereitungDomain-Zugang, Rechtstexte bereitstellenDNS, Weiterleitungen, technische ChecksLaunch-Termin
Nach dem LaunchFormular testen, Inhalte aktuell haltenÜbergabe, ggf. Wartung nach VereinbarungWartung ja oder nein

Schritt 1 und 2: Anfrage und Erstgespräch

Eine gute Anfrage muss nicht lang sein. Drei Sätze zu Ihrem Unternehmen, dem Ziel der Website und Ihrer bisherigen Online-Präsenz reichen, damit das Gespräch nicht bei null beginnt.

Im Gespräch geht es weniger um Farben als um Inhalte: Welche Leistungen wollen Sie zeigen? Was sollen Besucher am Ende tun – anrufen, eine Anfrage schicken, einen Termin buchen? Welche Seiten braucht es dafür? Eine Orientierung dazu gibt der Artikel Welche Seiten braucht eine Firmenwebsite?.

Wenn Sie Ihre Antworten schon vorher aufschreiben möchten, nutzen Sie unsere Briefing-Vorlage für Ihre Website. Ein ausgefülltes Briefing macht das Gespräch kürzer und spätere Angebote vergleichbarer.

Schritt 3: Unterlagen – hier entscheidet sich das Tempo

In diesem Schritt liegt die meiste Arbeit bei Ihnen. Ein Dienstleister kann ohne Inhalte nur Platzhalter bauen, und Platzhalter verschieben die Arbeit nur nach hinten.

Typischerweise gehören dazu:

  • finale Texte für jede Seite (nicht „ungefähr so“)
  • Bilder in guter Auflösung, deren Nutzungsrechte Sie haben
  • Logo, idealerweise als Vektordatei (SVG oder PDF)
  • Angaben für das Impressum: Name, Anschrift, Rechtsform, Vertretungsberechtigte, E-Mail, gegebenenfalls Registernummer und USt-IdNr.
  • die Adresse der bisherigen Website, falls vorhanden
  • Zugang zur Domain oder die Kontaktdaten des bisherigen Anbieters

Welche Angaben ins Impressum gehören, regelt § 5 DDG. Bei bestimmten Berufen, etwa Ärzten oder Rechtsanwälten, kommen berufsrechtliche Angaben hinzu. Diese Daten kann nur das Unternehmen selbst liefern.

Tipp

Ein Ansprechpartner, ein Ordner

Legen Sie alle Unterlagen in einem gemeinsamen Ordner ab und benennen Sie die Dateien nach Seiten („Leistungen.docx“, „Team-Foto-1.jpg“). Benennen Sie außerdem eine Person, die bei Ihnen Inhalte freigibt.

Schritt 4: Umfang schriftlich festhalten

Dieser Schritt wirkt formal, schützt aber beide Seiten. In der schriftlichen Zusammenfassung sollte stehen, welche Seiten gebaut werden, welche Funktionen dazugehören, wie viele Korrekturrunden enthalten sind, was ausdrücklich nicht enthalten ist (etwa Texterstellung oder eine zweite Sprache), was es kostet und wem Domain, Inhalte und gegebenenfalls der Code gehören.

Lesen Sie besonders die Ausschlüsse. Ein günstiges Angebot, das Texte, Rechtstexte oder Weiterleitungen nicht abdeckt, kann am Ende mehr Arbeit für Sie bedeuten. Wie Sie mehrere Angebote nebeneinanderlegen, erklärt der Artikel Website-Angebote vergleichen.

Schritt 5 und 6: Entwurf, Korrekturen, Freigabe

Der erste Entwurf ist der Moment, in dem Sie die Website als Ganzes sehen. Planen Sie dafür feste Zeit ein und prüfen Sie ihn auch auf dem Smartphone, denn dort lesen viele Ihrer Besucher.

Für die Korrekturrunde gilt: lieber eine vollständige Liste als fünf einzelne E-Mails. Notieren Sie pro Änderung die Seite, die Stelle und den gewünschten neuen Text. Klären Sie intern vorher, wer das letzte Wort hat.

Achtung

Freigabe ist mehr als ein „Passt schon“

Bei Werkverträgen spricht das Gesetz von der Abnahme: Nach § 640 BGB ist der Besteller verpflichtet, ein vertragsgemäß hergestelltes Werk abzunehmen, und darf das wegen unwesentlicher Mängel nicht verweigern. Ob und wie eine Abnahme in Ihrem Projekt geregelt ist, steht im Vertrag. Bei Unsicherheit lassen Sie sich rechtlich beraten.

Schritt 7: Launch-Vorbereitung – die späten Stolpersteine

Viele Projekte stocken nicht beim Design, sondern kurz vor dem Ziel. Drei Punkte sollten Sie früh klären.

Domain und DNS. Damit Ihre Domain auf die neue Website zeigt, müssen die DNS-Einstellungen (die „Wegweiser“ der Domain) geändert werden. Dafür braucht jemand Zugang zum Kundenkonto beim Domain-Anbieter. Liegt die Domain noch bei einer früheren Agentur oder einem ehemaligen Mitarbeiter, kann das Tage dauern.

Impressum und Datenschutzerklärung. Das Impressum muss nach § 5 DDG leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein. Wer personenbezogene Daten erhebt, etwa über ein Kontaktformular, muss nach Art. 13 DSGVO zum Zeitpunkt der Erhebung informieren – deshalb gehört eine Datenschutzerklärung zur Website. Klären Sie früh, wer diese Texte erstellt; oft liegt das beim Unternehmen selbst, unterstützt durch einen Generator oder eine Rechtsberatung.

Cookies und Tracking. Sollen Analyse-Tools oder eingebettete Inhalte wie Karten oder Videos Informationen auf dem Gerät der Besucher speichern oder auslesen, ist dafür nach § 25 TDDDG grundsätzlich eine Einwilligung nötig, sofern es nicht unbedingt erforderlich ist. Eine Einwilligungslösung muss also vor dem Launch stehen, nicht danach.

Bei einem Relaunch kommt ein vierter Punkt hinzu: Alte Adressen sollten per Weiterleitung auf die passenden neuen Seiten zeigen. Eine XML-Sitemap ist bei kleinen, gut intern verlinkten Websites laut Google dagegen nicht zwingend nötig, schadet aber auch nicht.

Schritt 8: Nach dem Launch

Testen Sie am Launch-Tag selbst: Kommt eine Nachricht aus dem Kontaktformular an? Funktionieren Telefonnummer und E-Mail-Link auf dem Smartphone? Sind Impressum und Datenschutzerklärung von jeder Seite aus erreichbar?

Rechnen Sie nicht damit, dass Ihre Website am nächsten Tag bei Google erscheint. Laut Google kann das Crawlen neuer Seiten einige Tage bis einige Wochen dauern, und eine Aufnahme in die Suchergebnisse ist nicht garantiert.

Klären Sie außerdem, wer die Website technisch betreut: Updates, Sicherheit, kleine Änderungen. Das ist meist eine eigene Vereinbarung und nicht im Erstellungspreis enthalten.

Ein Beispiel für einen konkreten Ablauf

Bei Ichii sieht der Ablauf für eine Firmenwebsite so aus: Gespräch per Zoom, Sie senden Ihre Unterlagen, wir halten Umfang und Auftrag schriftlich fest, Sie erhalten den ersten Entwurf innerhalb von 7 Werktagen, nachdem alle Unterlagen vorliegen und der Umfang bestätigt ist, danach folgen eine Korrekturrunde und der Launch. Die 7 Werktage beziehen sich auf den ersten Entwurf und sind keine Zusage für den Launch-Termin – der hängt vor allem davon ab, wann Inhalte, Feedback und Domain-Zugang vorliegen. Den Ablauf finden Sie auch auf unserer Seite zum Ablauf.

Wie viel Zeit Sie insgesamt einplanen sollten und was Projekte typischerweise bremst, lesen Sie im Artikel Wie lange dauert es, eine Website zu erstellen?.

Wenn Sie die Website selbst bauen

Auch mit einem Website-Baukasten durchlaufen Sie dieselben Schritte – nur übernehmen Sie alle Rollen selbst. Für eine einfache Visitenkarten-Website mit wenigen Seiten kann das völlig ausreichen. Impressum, Datenschutzerklärung und Domain bleiben in jedem Fall Ihre Aufgabe.

Ihr nächster Schritt

Prüfen Sie die Liste aus Schritt 3: Wie viele Punkte können Sie heute schon abhaken? Wenn Texte, Bilder und Impressumsdaten weitgehend bereitliegen und Sie eine Website mit bis zu 10 Seiten planen, schauen Sie sich unser Angebot für Firmenwebsites an und schicken Sie uns eine kurze Anfrage.

Quellen

  1. § 5 DDG – Allgemeine Informationspflichten — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, accessed 2026-10-09
  2. Art. 13 DSGVO – Informationspflicht bei Erhebung — dsgvo-gesetz.de (nichtamtliche Fassung), accessed 2026-10-09
  3. § 25 TDDDG – Schutz der Privatsphäre bei Endeinrichtungen — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, accessed 2026-10-09
  4. § 640 BGB – Abnahme — Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, accessed 2026-10-09
  5. Ask Google to recrawl your URLs — Google Search Central, accessed 2026-10-09
  6. Learn about sitemaps — Google Search Central, accessed 2026-10-09

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