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Website oder Web-App: Was braucht Ihr Unternehmen wirklich?

Veröffentlicht Von Ichii GmbH

Inhalt
  1. Der Unterschied in einem Satz
  2. Die Entscheidungstabelle
  3. Fünf Prüffragen vor jeder Eigenentwicklung
  4. Was oft für eine Web-App gehalten wird – und keine ist
  5. Drei Beispiele zur Orientierung
  6. Was eine Web-App zusätzlich mit sich bringt
  7. Und wenn es doch eine Web-App sein soll?
  8. Was Ichii in beiden Fällen anbietet
  9. Ihr nächster Schritt

Die meisten kleinen Unternehmen brauchen eine Website – und keine eigene Web-App. Eine Website stellt Ihr Angebot vor und bringt Anfragen. Eine Web-App erledigt Arbeit: Nutzer melden sich an, geben Daten ein, finden sie wieder und bearbeiten sie. Erst wenn Ihre Idee genau das verlangt, lohnt sich der Gedanke an eine Eigenentwicklung.

Dazwischen liegt die Lösung, die am häufigsten übersehen wird: eine Website plus ein fertiges Tool, etwa für Terminbuchung, Newsletter oder Rechnungen. Die richtige Wahl hängt an wenigen Fragen: Wer meldet sich an? Welche Daten werden pro Person gespeichert? Und gibt es Ihren Ablauf schon als fertige Software?

Kurz gesagt

  • Website: wenn Besucher sich informieren und Kontakt aufnehmen sollen. Ein Kontaktformular oder ein eingebettetes Buchungs-Widget macht daraus noch keine Web-App.
  • Website plus fertiges Tool: wenn Sie eine Standardaufgabe wie Termine, Zahlungen oder Newsletter brauchen.
  • Eigene Web-App: wenn Nutzer sich anmelden, mit eigenen Daten arbeiten und Ihr Ablauf von Standardsoftware nicht sinnvoll abgedeckt wird.
  • Im Zweifel klein anfangen: Website jetzt, App später, wenn sich der Bedarf zeigt.

Der Unterschied in einem Satz

Eine Website informiert, eine Web-App arbeitet. Eine Website sieht für alle Besucher gleich aus: Leistungen, Preise, Team, Kontakt. Eine Web-App zeigt jedem Nutzer etwas anderes, nämlich seine Aufträge, seine Termine, seine Dokumente.

Technisch sind beide im Browser zu Hause. Eine Web-App wird mit denselben Webtechnologien gebaut wie eine Website und kann sich auf Wunsch sogar wie eine installierte App verhalten. Der Unterschied liegt also nicht in der Technik, sondern darin, was die Anwendung für ihre Nutzer tut.

Die Entscheidungstabelle

Lesen Sie jede Zeile und notieren Sie, welche Spalte auf Ihr Vorhaben zutrifft. Die Spalte mit den meisten Treffern ist Ihr Ausgangspunkt.

FrageWebsiteWebsite + fertiges ToolEigene Web-App
Was sollen Besucher tun?Sich informieren, anrufen, schreibenEine Standardaufgabe erledigen: Termin buchen, bezahlen, sich eintragenIn einem eigenen Bereich arbeiten: Aufträge verfolgen, Daten pflegen, Dokumente austauschen
Wer meldet sich an?NiemandHöchstens im Tool des AnbietersIhre Kunden, Ihr Team oder beide, mit eigenen Rechten
Welche Daten werden gespeichert?Nur Anfragen aus dem FormularDaten im System des Tool-AnbietersIhre eigenen Datensätze, je Nutzer unterschiedlich
Wie individuell ist der Ablauf?Kein Ablauf, nur KontaktAblauf passt zum Standard des ToolsAblauf ist speziell und lässt sich im Tool nur mit Umwegen abbilden
Anbindungen an andere Systeme?KeineDas Tool bringt sie mitSie brauchen eine bestimmte Verbindung, die kein Tool bietet
Wie oft ändert sich der Inhalt pro Nutzer?Nie, alle sehen dasselbePro Buchung oder BestellungLaufend, Nutzer kommen regelmäßig zurück

Wenn die meisten Treffer in der mittleren Spalte liegen, ist das eine gute Nachricht: Ihre Aufgabe ist so verbreitet, dass jemand sie schon gelöst hat.

Fünf Prüffragen vor jeder Eigenentwicklung

  • Gibt es mindestens eine fertige Software, die Ihren Kernablauf abdeckt – und haben Sie sie wirklich ausprobiert?
  • Würden Kunden oder Mitarbeitende die Anwendung regelmäßig nutzen, nicht nur einmal?
  • Können Sie in drei Sätzen beschreiben, was die erste Version können muss?
  • Wissen Sie, wer nach dem Launch Daten pflegt, Fragen beantwortet und Updates veranlasst?
  • Haben Sie neben dem Entwicklungspreis die laufenden Kosten für Hosting und Wartung eingeplant?

Wenn Sie die erste Frage mit „Ja“ beantworten, testen Sie das Tool zuerst. Wenn Sie bei den Fragen zwei bis fünf zögern, ist es für eine Eigenentwicklung meist noch zu früh.

Was oft für eine Web-App gehalten wird – und keine ist

  • Ein Kontaktformular ist ein Standardbaustein jeder Website.
  • Ein Buchungs-Widget eines Terminanbieters wird in die Website eingebettet; die Logik läuft beim Anbieter. Selbst Google Kalender bietet Terminpläne mit eigener Buchungsseite, für einige Funktionen braucht man ein passendes Abo.
  • Ein Newsletter-Formular gehört zum Newsletter-Dienst.
  • Ein Online-Shop ist eine eigene Kategorie, für die es spezialisierte Shopsysteme gibt.
  • Ein Kundenbereich mit PDFs zum Herunterladen lässt sich oft mit einem geteilten Ordner oder dem Portal Ihrer Branchensoftware lösen.

Wie Sie zwischen Buchungstools und einer eigenen Lösung abwägen, vertieft der Beitrag Buchungssoftware oder eigene App.

Drei Beispiele zur Orientierung

Beispiel

Beispiel (hypothetisch): Physiotherapiepraxis mit Online-Terminen

Eine Praxis möchte, dass Patienten Termine online buchen. Die Tabelle zeigt: Standardaufgabe, kein spezieller Ablauf, Anmeldung höchstens beim Tool-Anbieter. Ergebnis: Website plus fertiges Buchungstool. Eine eigene App würde hier Geld für etwas ausgeben, das es fertig gibt.

Beispiel

Beispiel (hypothetisch): Steuerberatungskanzlei mit Dokumentenaustausch

Mandanten sollen Belege hochladen und den Bearbeitungsstand sehen. Das klingt nach Web-App. Die Kanzlei arbeitet aber bereits mit Fachsoftware, und deren Anbieter ist die erste Adresse für die Frage, ob es dafür schon eine Lösung gibt. Ergebnis: zuerst prüfen, was die vorhandene Software kann; dazu eine Website, die Leistungen und Kontakt klar zeigt.

Beispiel

Beispiel (hypothetisch): Caterer mit Angebotsrechner und Auftragsübersicht

Ein Caterer berechnet Angebote nach Gästezahl, Menülinie und Zusatzleistungen. Bisher passiert das in einer Tabelle, Aufträge laufen per E-Mail. Kein fertiges Tool bildet seine Preislogik ab. Ergebnis: Website plus kleine eigene Web-App mit Rechner, Anfrageliste und einem Login für das Team.

Was eine Web-App zusätzlich mit sich bringt

Eine eigene Anwendung ist mehr als eine größere Website. Sie übernehmen Verantwortung für Logins und gespeicherte Daten. Sicherheitsrisiken von Webanwendungen sind gut dokumentiert; die OWASP Top 10 gelten als Referenz der kritischsten Risiken. Wer Zugriffe und Rechte steuert, muss sie sorgfältig planen und testen.

Werden personenbezogene Daten bei Dienstleistern wie Hosting- oder E-Mail-Anbietern verarbeitet, brauchen Sie in der Regel Verträge zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Das gilt allerdings auch für viele fertige Tools.

Auch die Barrierefreiheit kann eine Rolle spielen. Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit nennt als Beispiel für erfasste Dienstleistungen neben dem Online-Verkauf ausdrücklich die Online-Buchung von Terminen; eine reine Präsentationswebsite fällt danach in der Regel nicht darunter. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen – also Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme. Ob Ihr Angebot betroffen ist, klären Sie im Zweifel mit rechtlicher Beratung.

Und wenn es doch eine Web-App sein soll?

Dann lohnt es sich, klein zu beginnen. Legen Sie fest, welche eine Aufgabe die erste Version lösen muss, und lassen Sie alles andere bewusst weg. Wie das geht, zeigt MVP: Funktionen für die erste Version. Was die Kosten treibt und welche laufenden Kosten dazukommen, erklärt Was kostet eine Web-App?.

Für die Website gilt dasselbe Prinzip: Mehr Seiten sind nicht automatisch besser. Womit Sie bei einer Firmenwebsite rechnen sollten, steht in Was kostet eine Firmenwebsite?.

Was Ichii in beiden Fällen anbietet

Ichii erstellt Firmenwebsites mit bis zu 10 Seiten für einmalig 790 € netto und kleine, klar umrissene Web-Apps ab 1.999 € netto, einmalig; den Endpreis einer App legen wir nach den vereinbarten Funktionen in einem festen Angebot fest. Dieser Einstiegspreis gilt nicht für jede Plattform: Portale mit komplexen Rollen, ERP-Anbindungen oder vielen Schnittstellen liegen außerhalb dieses Umfangs. Hosting, Drittdienste und technische Wartung ab 29 € im Monat kommen separat hinzu.

Ihr nächster Schritt

Gehen Sie die Tabelle und die fünf Prüffragen durch. Landen Sie bei „Website“ oder „Website plus Tool“, sehen Sie sich das Website-Angebot an. Sind Sie unsicher, beschreiben Sie in der Projektanfrage kurz, wer was mit der Anwendung erledigen soll, und wählen Sie „Noch unsicher“. Wir klären die Frage dann gemeinsam im Gespräch.

Quellen

  1. Progressive web apps — MDN Web Docs, accessed 2026-10-09
  2. OWASP Top 10 — OWASP Foundation, accessed 2026-10-09
  3. Art. 28 DSGVO – Auftragsverarbeiter — dsgvo-gesetz.de (nichtamtliche Fassung), accessed 2026-10-09
  4. FAQ zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz — Bundesfachstelle Barrierefreiheit, accessed 2026-10-09 (Frage 19: Websites)
  5. § 2 BFSG – Begriffsbestimmungen — gesetze-im-internet.de, accessed 2026-10-09 (Nr. 17: Kleinstunternehmen)
  6. § 3 BFSG – Barrierefreiheit, Verordnungsermächtigung — gesetze-im-internet.de, accessed 2026-10-09 (Abs. 3: Ausnahme für Kleinstunternehmen)
  7. Appointment schedules in Google Calendar — Google Calendar Help, accessed 2026-10-09

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