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KI-Web-App entwickeln lassen: Kosten, Möglichkeiten und Anbieter 2026

Veröffentlicht Von Ichii GmbH

Inhalt
  1. Was API-basierte KI in einer Web-App leisten kann
  2. Wie API-Kosten entstehen
  3. Was die Entwicklung einer KI-Web-App teurer macht
  4. Wer KI-Web-Apps baut: veröffentlichte Preise im Überblick
  5. Fertiges Tool oder eigene KI-Web-App?
  6. Datenschutz und AI Act: die Pflichtpunkte in Kürze
  7. Ein realistischer erster Umfang: ein KI-Schritt in einem Ablauf
  8. Arbeitsblatt: Umfang Ihrer KI-Web-App
  9. Wo Ichii passt und wo nicht

Eine KI-Web-App für ein kleines Unternehmen ist in den meisten Fällen eine normale Web-App mit einem KI-Schritt darin: Anfragen einordnen, Angaben aus Dokumenten übernehmen, Texte zusammenfassen oder Antworten aus Ihren eigenen Unterlagen entwerfen. Das Sprachmodell dafür mieten Sie über eine Programmierschnittstelle (API) bei einem Anbieter wie OpenAI, Anthropic, Google oder Mistral. Ein eigenes Modell trainieren Sie dafür nicht.

Die Kosten bestehen deshalb aus zwei Teilen. Die Nutzung des Modells ist bei kleinen Mengen oft überraschend günstig: In unserem Rechenbeispiel mit 2.100 KI-Vorgängen im Monat liegen die reinen API-Kosten je nach Modell zwischen rund 1 € und 48 €. Der größere Posten ist die Entwicklung: Neben der App selbst müssen Eingaben vorbereitet, Ergebnisse systematisch getestet und Fehlerfälle abgefangen werden. Bei den deutschen Anbietern, die wir mit veröffentlichten Preisen für KI-Projekte gefunden haben, beginnt ein Prototyp bei 4.900 € und eine produktive Anwendung für einen Ablauf bei 12.000 €.

Hinweis in eigener Sache: Dieser Beitrag wird von Ichii veröffentlicht. Ichii entwickelt selbst kleine Web-Apps und ist in der Anbieterübersicht enthalten. Alle Preise Dritter haben wir am 18. Oktober 2026 auf den Seiten der Anbieter geprüft.

Kurz gesagt

  • Realistisch mit API-Modellen: Einordnen, Daten aus Dokumenten übernehmen, Zusammenfassen, Entwürfe schreiben, Suche in eigenen Dokumenten. Deutlich mehr Aufwand: eigene Modelle trainieren, autonome Agenten mit vielen Anbindungen.
  • API-Kosten werden pro Token abgerechnet, getrennt nach Eingabe und Ausgabe. Bei typischen Mengen eines kleinen Betriebs sind das oft wenige Euro im Monat, bei großen Modellen und langen Dokumenten deutlich mehr.
  • Den Entwicklungspreis treiben vor allem Testen der Ergebnisqualität, Datenaufbereitung, Schutzmechanismen und die Prüfung durch Menschen.
  • Prüfen Sie zuerst fertige Tools. Eine eigene KI-Web-App lohnt sich, wenn der KI-Schritt in Ihren eigenen Ablauf und Ihre Daten eingebunden sein muss.
  • Starten Sie mit einem KI-Schritt in einem Ablauf, den ein Mensch bestätigt.

Was API-basierte KI in einer Web-App leisten kann

Große Sprachmodelle sind stark darin, Text zu verstehen, einzuordnen und neu zu formulieren. Viele lesen auch Bilder und PDF-Dokumente. Sie sind schwach darin, zuverlässig zu rechnen, verbindlich Fakten zu kennen, die nicht im Text stehen, und jedes Mal exakt dasselbe Ergebnis zu liefern. Für jede Idee gilt deshalb: Wie gut lässt sich prüfen, ob das Ergebnis stimmt?

Die folgende Tabelle ordnet typische Anwendungsfälle nach Machbarkeit und Aufwand. „Aufwand“ meint den zusätzlichen Entwicklungsaufwand für den KI-Teil, nicht die ganze App. Welche dieser Funktionen sich für Ihren Betrieb überhaupt lohnen und welche rechtlichen Risiken sie haben, behandelt der Beitrag KI-Funktionen für kleine Unternehmen.

AnwendungsfallMachbar mit API-Modell?Zusätzlicher AufwandWas die Qualität entscheidet
Anfragen einordnen (Thema, Dringlichkeit, zuständige Person)Ja, gutGeringKlare Kategorien, Beispiele aus echten Anfragen
Zusammenfassung langer Texte oder GesprächsnotizenJa, gutGeringVorgabe, was in die Zusammenfassung muss
Angaben aus Dokumenten übernehmen (Bestellung, Formular, Lieferschein)Ja, mit Prüfung durch MenschenMittelLesbarkeit der Vorlagen, feste Zielfelder, Testfälle mit bekanntem Ergebnis
Antwort- oder AngebotsentwürfeJa, mit Freigabe vor dem VersandMittelGute Vorlagen, Zugriff auf die richtigen Fakten
Suche und Antworten aus eigenen Dokumenten (RAG)Ja, wenn die Dokumente gepflegt sindMittel bis hochAufbereitung der Dokumente, Quellenangabe in jeder Antwort
Chat-Assistent für Kunden auf der WebsiteTechnisch ja, im Betrieb anspruchsvollHochEnge Themengrenzen, Übergabe an Menschen, Kennzeichnung als KI
Agent, der selbstständig in mehreren Systemen handelt (buchen, bestellen, ändern)Nur eng begrenzt sinnvollSehr hochRechte, Freigaben, Protokolle für jede Aktion
Eigenes Modell trainieren oder feinabstimmenFür kleine Betriebe selten nötigSehr hochGroße Mengen sauberer Trainingsdaten, Fachwissen

RAG steht für Retrieval-Augmented Generation: Die App sucht zuerst passende Abschnitte in Ihren Dokumenten und gibt nur diese dem Modell mit, zusammen mit der Frage. Das Modell antwortet dann auf Grundlage dieser Abschnitte, statt aus seinem allgemeinen Wissen. Das ist für die meisten Wissens- und Suchfunktionen der richtige Weg, viel günstiger als ein eigenes Training und leichter aktuell zu halten.

Die beiden unteren Zeilen sind keine Projekte für einen Einstiegspreis. Ein Agent, der eigenständig Termine bucht oder Bestellungen auslöst, braucht für jede Anbindung eigene Fehlerbehandlung, Berechtigungen und Tests. Das ist eher eine Plattform als eine kleine App.

Wie API-Kosten entstehen

Sprachmodell-Anbieter rechnen nach Tokens ab. Ein Token ist ein Textbaustein, oft ein Wortteil. Bezahlt wird getrennt für die Eingabe (Ihre Anweisungen, der Text, die mitgegebenen Dokumentabschnitte) und für die Ausgabe (die Antwort des Modells). Ausgabe-Tokens sind bei allen geprüften Anbietern deutlich teurer als Eingabe-Tokens.

Drei Dinge sollten Sie dazu wissen:

  • Dieselbe Textmenge ergibt nicht überall gleich viele Tokens. Anthropic schreibt zum Beispiel, dass ab Claude 4.7 ein neuer Tokenizer etwa 30 % mehr Tokens für denselben Text erzeugt. Vergleichen Sie Preise pro Token deshalb nie eins zu eins.
  • „Denken“ kostet mit. Bei Modellen mit Denkschritten zählt Google die Denk-Tokens ausdrücklich zum Ausgabepreis.
  • Wiederholte Eingaben werden günstiger. Alle vier Anbieter nennen niedrigere Preise für zwischengespeicherte Eingaben (Caching), etwa für eine lange, immer gleiche Anweisung. Wir rechnen unten ohne diesen Rabatt.

Geprüfte Preise (Stand: 18. Oktober 2026)

Alle Preise in US-Dollar pro 1 Million Tokens, Standardtarif, ohne Steuern, jeweils von der offiziellen Preisseite des Anbieters. Wir zeigen pro Anbieter ein kleines Modell und zum Vergleich zwei größere. Es ist eine Auswahl, nicht jeweils das neueste Modell des Anbieters.

Modell (Anbieter)EingabeAusgabeHinweis zum Datenstandort laut Anbieter
Claude Haiku 5.5 (Anthropic)0,10 $0,50 $Bis 100.000 Tokens pro Anfrage; Verarbeitung nur in den USA wählbar gegen Faktor 1,1, eine EU-Option nennt Anthropic derzeit nicht
Mistral Small 4 (Mistral AI)0,15 $0,60 $EU-Endpunkt mit Rechenzentren in EU- und EFTA-Staaten, Aufpreis Faktor 1,1
Gemini 3.1 Flash-Lite (Google)0,25 $1,50 $Bezahlter Tarif: keine Nutzung zur Produktverbesserung; Regionsoption auf der Preisseite nicht genannt
gpt-5.4-mini (OpenAI)0,75 $4,50 $Datenstandort Europa (EWR und Schweiz) möglich, nach Freigabe durch den Vertrieb; Verarbeitung in Europa setzt zusätzlich genehmigtes Modified Abuse Monitoring oder Zero Data Retention voraus; 10 % Aufschlag für neuere Modelle
Claude Sonnet 5.5 (Anthropic)2,00 $10,00 $wie oben bei Anthropic
gpt-5.5 (OpenAI)5,00 $30,00 $wie oben bei OpenAI

Bei Google gilt zusätzlich: Wer Anwendungen für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz oder im Vereinigten Königreich bereitstellt, darf laut Nutzungsbedingungen der Gemini API nur die bezahlten Dienste verwenden.

Rechenbeispiel: laufende API-Kosten pro Monat

Beispiel

Rechenbeispiel (hypothetisch): Büro mit zwei KI-Funktionen

Funktion A, Anfragen einordnen und zusammenfassen: 1.500 Anfragen im Monat. Pro Anfrage 1.500 Eingabe-Tokens (1.000 für Anweisung und Kategorien, 500 für die Anfrage) und 150 Ausgabe-Tokens. Ergibt 2,25 Mio. Eingabe- und 0,225 Mio. Ausgabe-Tokens.

Funktion B, Antwortentwurf aus eigenen Dokumenten (RAG): 600 Entwürfe im Monat. Pro Entwurf 6.000 Eingabe-Tokens (1.000 Anweisung, 4.500 für fünf gefundene Dokumentabschnitte, 500 für die Anfrage) und 500 Ausgabe-Tokens. Ergibt 3,6 Mio. Eingabe- und 0,3 Mio. Ausgabe-Tokens.

Zusammen: 5,85 Mio. Eingabe-Tokens und 0,525 Mio. Ausgabe-Tokens im Monat. Rechnung pro Modell: Eingabe-Tokens in Millionen × Eingabepreis plus Ausgabe-Tokens in Millionen × Ausgabepreis.

ModellEingabeAusgabeSumme in USDSumme in EUR (1 $ = 0,89 €)
Claude Haiku 5.55,85 × 0,10 = 0,59 $0,525 × 0,50 = 0,26 $0,85 $0,75 €
Mistral Small 45,85 × 0,15 = 0,88 $0,525 × 0,60 = 0,32 $1,19 $1,06 €
Gemini 3.1 Flash-Lite5,85 × 0,25 = 1,46 $0,525 × 1,50 = 0,79 $2,25 $2,00 €
gpt-5.4-mini5,85 × 0,75 = 4,39 $0,525 × 4,50 = 2,36 $6,75 $6,01 €
Claude Sonnet 5.55,85 × 2,00 = 11,70 $0,525 × 10,00 = 5,25 $16,95 $15,09 €
gpt-5.55,85 × 5,00 = 29,25 $0,525 × 30,00 = 15,75 $45,00 $40,05 €

Puffer: Planen Sie 20 % für Wiederholungen, Tests und Ausreißer ein. Dann liegt die Spanne bei rund 0,91 € (Haiku 5.5) bis 48,06 € (gpt-5.5) im Monat. Mit EU-Datenstandort kommen bei Mistral und, nach Freigabe, bei OpenAI 10 % dazu.

Annahmen: Wechselkurs gerundet aus dem EZB-Referenzkurs vom 16. Oktober 2026 (1 € = 1,1253 $). Ohne Caching-Rabatt, ohne Steuern. Summen aus ungerundeten Werten, daher kleine Rundungsdifferenzen. Tokenzahlen sind Schätzwerte; bei neueren Claude-Modellen kann derselbe Text etwa 30 % mehr Tokens ergeben. Nicht enthalten: Hosting der App, Datenbank, Suchindex für die Dokumente, Wartung.

Die Rechnung zeigt zweierlei. Erstens: Bei den Mengen eines kleinen Betriebs sind die Modellkosten selten das Problem. Zweitens: Sie steigen schnell, wenn Sie an den Stellschrauben drehen. Schickt die App statt fünf passender Abschnitte jedes Mal ganze Dokumente mit 30.000 Tokens, steigt die Eingabe in Funktion B auf gut das Fünffache. Ein offener Chat, in dem Kunden lange Gespräche führen, oder ein Agent, der für eine Aufgabe zehn Modellaufrufe macht, verändert die Rechnung ebenso. Lassen Sie sich deshalb ein Kostenlimit und eine Verbrauchsübersicht einbauen.

Was die Entwicklung einer KI-Web-App teurer macht

Die allgemeinen Kostentreiber einer Web-App, also Rollen, Login, Datenmodell und Schnittstellen, beschreibt der Beitrag Was kostet eine Web-App?. Für den KI-Teil kommen eigene Posten hinzu. Sie sind der Grund, warum eine App mit KI-Schritt meist mehr kostet als dieselbe App ohne.

KostentreiberWas dahinterstecktKleiner UmfangGroßer Umfang
Testen der ErgebnisqualitätSammlung echter Fälle mit bekanntem richtigem Ergebnis; jede Änderung an Anweisung oder Modell wird daran gemessen30–50 Testfälle, ein ErgebnisfeldHunderte Fälle, mehrere Felder, regelmäßige Nachmessung
Anweisungen und Daten vorbereitenKategorien festlegen, Beispiele auswählen, Dokumente für die Suche aufbereitenEine Anweisung, klare KategorienViele Dokumentarten, gescannte Vorlagen, häufige Änderungen
SchutzmechanismenEingaben begrenzen, Antworten auf Themen beschränken, personenbezogene Daten vor dem Versand entfernenInterne Nutzung, feste EingabefelderÖffentlicher Chat mit freier Eingabe
Prüfung durch MenschenOberfläche zum Bestätigen und Korrigieren, Korrekturen werden gespeichertEin Bestätigen-KnopfFreigabestufen, Zuständigkeiten, Auswertung der Korrekturen
Protokollierung und KostenWas ging an das Modell, was kam zurück, was hat es gekostetEinfache Protokolltabelle, MonatslimitAuswertungen, Warnungen, Aufbewahrungsregeln
AusweichwegWas passiert, wenn das Modell nicht antwortet, Unsinn liefert oder abgekündigt wirdManuelle Bearbeitung als RückfallZweiter Anbieter, automatischer Wechsel

Der wichtigste und am häufigsten unterschätzte Punkt ist die erste Zeile. Ohne Testfälle wissen weder Sie noch der Entwickler, ob eine Änderung das Ergebnis besser oder schlechter macht. Modelle werden zudem regelmäßig durch neue Versionen ersetzt; mit einer Testsammlung lässt sich ein Wechsel in Stunden prüfen statt in Wochen.

Tipp

Den besten Beitrag zu einem günstigeren Projekt leisten Sie selbst: Sammeln Sie vor dem Start 30 bis 50 echte, anonymisierte Beispiele aus Ihrem Alltag und schreiben Sie dazu, welches Ergebnis richtig wäre. Daraus entsteht die Testsammlung.

Wer KI-Web-Apps baut: veröffentlichte Preise im Überblick

Viele Agenturen werben mit KI-Entwicklung, nennen aber keinen Preis. Aufgenommen haben wir Anbieter mit Sitz in Deutschland, die auf ihrer eigenen Seite einen Preis für ein KI-Projekt oder eine kleine Web-App veröffentlichen. Gefunden haben wir sie über Suchanfragen wie „KI-Web-App entwickeln lassen“, „KI-Anwendung entwickeln lassen Festpreis“ und „RAG Unternehmen Festpreis“ sowie über unseren Anbietervergleich für kleine Web-App-Projekte. Sortiert ist nach dem genannten Einstiegspreis, aufsteigend. Wir haben keine Testaufträge vergeben, keine Kunden befragt und keine Bewertungsportale ausgewertet; alle Angaben sind Selbstauskünfte, Stand 18. Oktober 2026.

Anbieter (Sitz)Einstieg laut AnbieterMwSt.Umfang des EinstiegsNächste Stufe
Ichii (Berlin)Web-App ab 1.999 €, einmalignettoKleine, klar umrissene Apps; kein eigener KI-PreisFestpreis nach den vereinbarten Funktionen
Bytes Commerce (Augsburg)Pilot ab 4.900 €, 2–4 Wochennicht angegebenPrüfung des Anwendungsfalls, Modellauswahl, lauffähiger Prototyp mit ÜbergabeMVP ab 24.900 €, 8–16 Wochen
Digital Maker (Frankfurt am Main)Use-Case-App 12.000 €, Festpreis, 4–6 Wochennicht angegebenEin Prozess als produktive Web-App mit Systemanbindung, Tests und AbnahmekriterienKomplett-App, Richtwert 25.000–45.000 €
Pexon Consulting (Grünwald)Startpaket ab 13.200 € (12 Personentage à 1.100 €), ca. 3 WochennettoProduktiver Assistent auf einer Datenquelle mit Chat-Oberfläche und Anmeldung über Microsoft Entra IDFertiger Use-Case 30.000–50.000 €, Festpreis

Was sonst noch auffällt:

  • Digital Maker bietet vorab ein Audit für 2.000 € Festpreis an, das angerechnet wird, wenn innerhalb von 60 Tagen ein Pilot beauftragt wird. Der Betrieb kostet 500 € im Monat je System.
  • Bytes Commerce nennt für das MVP ausdrücklich Systemintegration, Monitoring und Protokollierung sowie eine Schulung. Der Pilot ist ein Prototyp, kein Produktivsystem.
  • Pexon schließt Cloud- und Modellkosten sowie den laufenden Betrieb ausdrücklich aus den Festpreisen aus.

Ein Startpreis ohne MwSt.-Angabe ist kein Festpreis. Fragen Sie bei jedem Angebot, ob Testfälle, Protokollierung und ein Ausweichweg enthalten sind und wer den Vertrag mit dem KI-Anbieter abschließt.

Fertiges Tool oder eigene KI-Web-App?

Für viele Aufgaben brauchen Sie keine Entwicklung. Team-Tarife der Chat-Assistenten, KI-Funktionen in Ihrer Bürosoftware, im E-Mail-Programm oder in der Buchhaltungssoftware decken Entwürfe, Zusammenfassungen und das Auslesen von Belegen oft schon ab. Als Größenordnung: Der Team-Tarif von Claude kostet laut Anbieter 20 $ pro Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung, 25 $ bei monatlicher, jeweils ohne Steuern; Inhalte werden dort nach Angabe von Anthropic standardmäßig nicht zum Training verwendet.

KriteriumEher fertiges ToolEher eigene KI-Web-App
Wer nutzt die KI?Ihr Team, jeder für sichEin fester Ablauf, an dem mehrere Personen oder Kunden beteiligt sind
Wo landet das Ergebnis?Wird kopiert, in eine E-Mail oder ein DokumentMuss in Ihrer Datenbank, Ihrer Auftragsliste oder einem Export ankommen
EingabenFrei formuliert, jedes Mal andersImmer gleich aufgebaut, z. B. Formular, Bestellung, Meldung
DatenAllgemeine Texte, wenige interne DatenIhre eigenen Dokumente oder Datensätze, die gezielt ausgewählt werden müssen
KontrolleNutzer prüft selbstFester Prüfschritt, Protokoll, Kostenlimit
KostenPro Nutzer und MonatEinmalige Entwicklung plus Nutzung nach Verbrauch, Hosting und Wartung

Landen die meisten Antworten links, testen Sie zwei oder drei fertige Tools. Das ist schneller und meist günstiger. Erst wenn die rechte Spalte überwiegt, lohnt sich eine Eigenentwicklung.

Datenschutz und AI Act: die Pflichtpunkte in Kürze

Diese Punkte gehören in jedes Angebot und jede Planung. Die ausführliche Einordnung mit DSK-Empfehlungen und Zeitplan finden Sie im oben verlinkten Beitrag zu KI-Funktionen für kleine Unternehmen.

  • Auftragsverarbeitung: Gehen personenbezogene Daten an den KI-Anbieter, brauchen Sie in der Regel einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Klären Sie, ob er mit Ihnen oder mit dem Entwickler geschlossen wird.
  • Datenstandort: Die Optionen unterscheiden sich stark, siehe Preistabelle oben. Fragen Sie, wo Ihre Daten verarbeitet und gespeichert werden.
  • Training: Klären Sie, ob Ein- und Ausgaben zum Training verwendet werden. Die Datenschutzkonferenz bezeichnet Anwendungen ohne solche Verwendung als datenschutzrechtlich vorzugswürdig.
  • Kennzeichnung: Nach Art. 50 der KI-Verordnung müssen Menschen erfahren, dass sie mit einer KI interagieren, wenn das nicht offensichtlich ist. Die Transparenzregeln gelten laut EU-Kommission seit August 2026.

Lassen Sie sich im Zweifel rechtlich beraten, vor allem bei Gesundheits-, Bewerber- oder Finanzdaten.

Ein realistischer erster Umfang: ein KI-Schritt in einem Ablauf

Die sicherste erste Version hat genau einen KI-Schritt, und ein Mensch bestätigt sein Ergebnis. So bleibt der Testaufwand überschaubar, Fehler haben keine Folgen nach außen, und Sie sehen nach einigen Wochen, ob sich die Funktion lohnt. Wie Sie eine Wunschliste generell auf eine erste Version kürzen, zeigt der Beitrag Funktionen für die erste Version auswählen.

Beispiel

Beispiel (hypothetisch): Bestellungen eines Fachgroßhandels

Ausgangslage: Ein Großhandel mit acht Mitarbeitenden erhält täglich rund 40 Bestellungen von Stammkunden per E-Mail, als PDF oder Foto, jede anders aufgebaut. Zwei Personen tippen Artikelnummern, Mengen und Liefertermine in die Warenwirtschaft.

Erste Version: Bestellungen werden in der Web-App hochgeladen oder per Weiterleitung übernommen. Die KI liest Kundennummer, Artikelnummern, Mengen und Wunschtermin aus und schlägt sie in einer Bestellmaske vor. Eine Mitarbeiterin vergleicht mit dem Original, korrigiert und bestätigt. Bestätigte Bestellungen gehen als CSV-Export in die Warenwirtschaft.

Abnahme: Vorher werden 50 frühere Bestellungen mit den richtigen Werten erfasst. Die App wird an diesen Fällen gemessen, bevor sie in Betrieb geht.

Nicht in Version 1: Live-Anbindung an die Warenwirtschaft, automatische Bestätigung an den Kunden, Prüfung von Lagerbeständen.

  1. Schritt 1: Einen Ablauf auswählen, der häufig vorkommt und heute Zeit kostet.
  2. Schritt 2: Den KI-Schritt in einem Satz beschreiben: Eingabe, Ergebnis, wer prüft.
  3. Schritt 3: 30 bis 50 echte Beispiele mit richtigem Ergebnis sammeln.
  4. Schritt 4: Erste Version bauen lassen, mit Prüfschritt, Protokoll und Kostenlimit.
  5. Schritt 5: Einige Wochen nutzen, Korrekturen auswerten und erst dann über Erweiterungen entscheiden.

Arbeitsblatt: Umfang Ihrer KI-Web-App

Kopieren Sie das Arbeitsblatt und füllen Sie es aus, bevor Sie Angebote einholen. Mit diesen Angaben kann ein Anbieter Aufwand und laufende Kosten seriös einschätzen. Für die übrigen Teile der App hilft das Web-App-Briefing.

Vorlage

Arbeitsblatt: KI-Schritt und Umfang

  • Ablauf, in dem die KI helfen soll: …
  • Was heute passiert und wie lange es dauert: …
  • Eingabe für die KI (Text, PDF, Foto, Formular): …
  • Gewünschtes Ergebnis (Kategorie, ausgefüllte Felder, Entwurf, Antwort mit Quelle): …
  • Wer prüft das Ergebnis, bevor es Folgen hat: …
  • Was passiert, wenn das Ergebnis falsch ist: …
  • Menge pro Monat (geschätzt): …
  • Durchschnittliche Länge einer Eingabe (Seiten oder Wörter): …
  • Eigene Dokumente, die die KI nutzen soll, und wer sie pflegt: …
  • Personenbezogene Daten in den Eingaben (ja/nein, welche): …
  • Anforderungen an den Datenstandort: …
  • Anzahl vorhandener Testbeispiele mit richtigem Ergebnis: …
  • Wohin das Ergebnis soll (Liste in der App, Export, anderes System): …
  • Budgetgrenze für laufende API-Kosten pro Monat: …
  • Nicht in Version 1: …

Wo Ichii passt und wo nicht

Ichii baut kleine, klar umrissene Web-Apps ab 1.999 € netto, einmalig. Der Endpreis steht nach den vereinbarten Funktionen als Festpreis fest. Eine App mit einem KI-Schritt ist möglich, liegt aber wegen Testsammlung, Prüfoberfläche und Protokollierung häufig über dem Einstiegspreis. Ausgefeilte KI-Produkte, eigene Modelle, öffentliche Chat-Assistenten mit offenem Themenfeld oder Agenten mit vielen Anbindungen gehören nicht in diesen Rahmen.

Hinzu kommen laufend die API-Kosten beim KI-Anbieter, Hosting und, falls gewünscht, technische Wartung ab 29 € im Monat netto mit individuell vereinbartem Umfang. Wenn ein fertiges Tool Ihre Aufgabe löst, ist das die bessere Wahl. Passt Ihr Vorhaben in den ersten Umfang oben, schicken Sie uns das ausgefüllte Arbeitsblatt mit einer Anfrage zur Web-App.

Quellen

  1. API Pricing — OpenAI, abgerufen am 18.10.2026 (gpt-5.4-mini, gpt-5.5, 10 % Aufschlag für Regional Processing)
  2. Your data — OpenAI, abgerufen am 18.10.2026 (Datenstandort Europa, Freigabe durch Vertrieb)
  3. Pricing — Anthropic, abgerufen am 18.10.2026 (Haiku 5.5, Sonnet 5.5, Tokenizer-Hinweis)
  4. Data residency — Anthropic, abgerufen am 18.10.2026
  5. Claude Pricing — Anthropic, abgerufen am 18.10.2026 (Team-Tarif)
  6. Gemini Developer API pricing — Google, abgerufen am 18.10.2026 (Gemini 3.1 Flash-Lite)
  7. Gemini API Additional Terms of Service — Google, abgerufen am 18.10.2026
  8. API pricing — Mistral AI, abgerufen am 18.10.2026 (Mistral Small 4)
  9. Regional inference — Mistral AI, abgerufen am 18.10.2026
  10. Euro foreign exchange reference rates — Europäische Zentralbank, abgerufen am 18.10.2026 (Kurs vom 16.10.2026)
  11. KI-App-Entwicklung zum Festpreis — Digital Maker GmbH, abgerufen am 18.10.2026
  12. AI-Agentur und AI-Agents — Bytes Commerce, abgerufen am 18.10.2026
  13. KI-Chatbot für Unternehmen — Pexon Consulting GmbH, abgerufen am 18.10.2026
  14. Art. 28 DSGVO – Auftragsverarbeiter — dsgvo-gesetz.de (nichtamtliche Fassung), abgerufen am 18.10.2026
  15. Orientierungshilfe Künstliche Intelligenz und Datenschutz — Datenschutzkonferenz, abgerufen am 18.10.2026
  16. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung) — EUR-Lex, Amtsblatt der EU, abgerufen am 18.10.2026 (Art. 50)
  17. AI Act: Regulatory framework for AI — Europäische Kommission, abgerufen am 18.10.2026

Sie planen eine Web-App?

Beschreiben Sie kurz, was die Anwendung können soll. Kleine, klar umrissene Web-Apps ab 1.999 € netto; den Endpreis legen wir vor dem Start nach den vereinbarten Funktionen fest.

Web-App anfragen