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Website für Fotografen: Portfolio, Ladezeit und Kundengewinnung
Veröffentlicht Von Ichii GmbH
Inhalt
- Was Ihre Website leisten muss und was nicht
- Portfolio nach Leistung kuratieren, nicht nach Archiv
- Preise und Pakete zeigen: Vorteile und Nachteile
- Ladezeit: warum Fotoseiten langsam werden
- Checkliste: Bilder für das Web vorbereiten
- Bilder-SEO: wie Google Ihre Fotos versteht
- Kundengalerien, Bildauswahl und Buchung: meist ein Spezialdienst
- Website, Galerie-Tool oder Baukasten: die Entscheidung
- Recht am eigenen Bild und DSGVO: was Sie wissen sollten
- Bildschutz: was realistisch ist
- Häufige Fehler auf Fotografen-Websites
Eine gute Fotografen-Website zeigt nicht alles, was Sie je fotografiert haben. Sie zeigt pro Leistung eine kleine, starke Auswahl, sagt klar, für wen Sie arbeiten und was ein Auftrag ungefähr kostet, und lädt auch auf dem Smartphone schnell. Daraus entstehen Anfragen, nicht aus der Menge der Bilder.
Die Bildauslieferung an Kundinnen und Kunden, die Auswahl der Favoriten und der Verkauf von Abzügen gehören meist nicht in die Website selbst. Dafür gibt es spezialisierte Galerie-Dienste, die das zu überschaubaren Monatspreisen besser erledigen als jede Eigenentwicklung.
Dieser Leitfaden richtet sich an Hochzeits-, Porträt- und Businessfotografen sowie an Produktfotografen. Er enthält eine Portfolio-Struktur je Fotografie-Art, eine Checkliste mit konkreten Zielwerten für Bilder und eine Entscheidungstabelle für Website, Galerie-Tool und Baukasten.
Kurz gesagt
- Portfolio nach Leistung gliedern: je Leistung eine eigene Seite mit einer kuratierten Auswahl statt einer großen Gesamtgalerie.
- Ladezeit ist bei Fotoseiten fast immer eine Bildfrage: AVIF oder WebP, mehrere Bildgrößen, Lazy Loading für alles außer dem ersten großen Bild.
- Google empfiehlt für Bilder echte HTML-Bildelemente, sinnvolle Alt-Texte und beschreibende Dateinamen. Bilder als CSS-Hintergrund werden nicht indexiert.
- Kundengalerien, Bildauswahl und Downloads laufen meist besser über einen Galerie-Dienst, der auf die Website verlinkt wird.
- Für Menschen auf Portfolio-Bildern brauchen Sie eine belastbare Grundlage. Eine schriftliche Einwilligung (Model-Release) ist der sicherste Weg.
Was Ihre Website leisten muss und was nicht
Für Fotografinnen und Fotografen hat die Website drei Aufgaben: Sie muss den Stil sofort zeigen, die richtigen Interessenten überzeugen und eine Anfrage leicht machen. Wer eine Hochzeitsfotografin sucht, will in wenigen Sekunden sehen, ob die Bildsprache passt, ob der Termin grundsätzlich in Frage kommt und in welcher Preisregion sich das bewegt.
Was die Website nicht leisten muss: Rohdaten übertragen, Hunderte Hochzeitsbilder privat ausliefern, Favoriten sammeln oder Abzüge verkaufen. Diese Aufgaben sind Software-Funktionen mit Speicher, Zugriffsrechten und Zahlungsabwicklung. Sie in eine Präsentationswebsite einzubauen, macht das Projekt teurer und die Website langsamer.
Instagram und andere Plattformen ersetzen die eigene Website nicht. Dort bestimmen Algorithmus und Format, was gezeigt wird. Auf Ihrer Website bestimmen Sie Reihenfolge, Text und den Weg zur Anfrage selbst.
Portfolio nach Leistung kuratieren, nicht nach Archiv
Der häufigste Fehler ist eine einzige Galerie mit allem: Hochzeit neben Produkt, Familie neben Konzert. Ein Interessent für Businessporträts muss sich dann durch Bilder klicken, die ihn nicht betreffen, und erkennt Ihren Schwerpunkt nicht.
Besser ist eine eigene Seite pro Leistung. Jede Seite hat einen eigenen Titel, eine eigene Adresse und einen kurzen Text: für wen, wie der Ablauf ist, was ungefähr enthalten ist. Das hilft Besuchern und Suchmaschinen gleichermaßen. Wie Sie die Seitenzahl insgesamt planen, steht im Beitrag Welche Seiten braucht eine Firmenwebsite?.
Für die Auswahl gelten drei Regeln:
- Weniger ist stärker. Zeigen Sie pro Leistung eher 15 bis 30 Bilder als 100. Schwache oder sehr ähnliche Bilder senken den Gesamteindruck.
- Zeigen Sie, was Sie verkaufen wollen. Wer keine Familienshootings mehr machen möchte, nimmt sie aus dem Portfolio, auch wenn die Bilder gut sind.
- Komplette Geschichten statt nur Highlights. Gerade bei Hochzeiten wollen Paare sehen, wie eine ganze Reportage aussieht, nicht nur zwölf Lieblingsmotive aus zwölf Hochzeiten.
Portfolio-Struktur nach Fotografie-Art
Die folgende Tabelle ist eine Planungshilfe. Sie beruht auf den typischen Fragen der jeweiligen Auftraggeber, nicht auf einer Erhebung.
| Fotografie-Art | Wer anfragt und was er wissen will | Portfolio-Aufbau | Wichtige Zusatzseite | Angaben im Anfrageformular |
|---|---|---|---|---|
| Hochzeit | Paare: Passt der Stil? Ist der Termin frei? Was kostet ein Tag? | 2 bis 4 vollständige Reportagen plus eine kurze Auswahl je Tagesabschnitt (Getting Ready, Trauung, Paarshooting, Feier) | Pakete und Ablauf, häufige Fragen (Anfahrt, Lieferzeit, zweite Person) | Datum, Ort, ungefähre Gästezahl, gewünschte Stunden |
| Business-Porträt | Selbstständige, Teams, Personalabteilungen: Wie sehen die Bilder im Einsatz aus? Wie lange dauert das? | Getrennt nach Einzelporträt, Team, Reportage im Unternehmen; je 10 bis 20 Bilder | Ablauf eines Termins (Studio oder vor Ort), Nutzungsrechte | Anzahl Personen, Ort, gewünschter Einsatz (Website, Presse, LinkedIn) |
| Produkt | Marken, Onlinehändler, Agenturen: Freisteller, Szenen, Mengen, Lieferformat | Nach Bildart (Freisteller, Detail, Szene, Packshot) und optional nach Branche | Preislogik pro Bild oder Tagessatz, technische Lieferformate | Anzahl Produkte, Bildarten, Verwendungszweck, Termin |
| Familie und Neugeborene | Eltern: Wie läuft das ab? Ist es entspannt für Kinder? | Je Shooting-Art eine kurze Auswahl, ruhige Reihenfolge | Vorbereitung, Kleidung, Ort, Dauer | Wunschzeitraum, Anzahl Personen, Ort |
Bei Produktfotografie kommt noch ein Punkt hinzu: Manche Kunden erlauben die Nutzung der Bilder im Portfolio nicht oder erst nach Marktstart. Klären Sie das im Auftrag, bevor Sie eine Kundenliste mit Logos planen.
Preise und Pakete zeigen: Vorteile und Nachteile
Ob Sie Preise auf der Website nennen, ist eine geschäftliche Entscheidung, keine technische. Beide Wege haben echte Folgen für die Anfragen, die bei Ihnen ankommen.
| Preise oder „ab“-Preise nennen | Keine Preise nennen | |
|---|---|---|
| Vorteil | Filtert Interessenten mit zu kleinem Budget vorab, Anfragen sind konkreter, Vertrauen entsteht früher | Mehr Spielraum bei individuellen Aufträgen, kein direkter Preisvergleich mit Mitbewerbern |
| Nachteil | Mitbewerber sehen Ihre Preise, Änderungen müssen gepflegt werden, ein zu niedriger Einstieg prägt die Erwartung | Mehr Anfragen ohne Abschluss, mehr Zeit für Erstgespräche, manche Interessenten fragen gar nicht erst |
| Passt eher für | Hochzeiten, Porträtpakete, Bewerbungsfotos: wiederkehrende, gut beschreibbare Leistungen | Produktion für Marken, große Business-Aufträge mit vielen Variablen |
Ein Mittelweg funktioniert oft gut: zwei oder drei Pakete mit „ab“-Preis und klarer Leistungsbeschreibung (Dauer, Anzahl bearbeiteter Bilder, Lieferzeit, Galerie), dazu der Hinweis, dass individuelle Angebote möglich sind. Schreiben Sie dazu, ob die Preise netto oder brutto sind. Privatkundinnen und -kunden erwarten in der Regel Endpreise, Unternehmen rechnen meist netto.
Was ein Paket enthält, ist für Interessenten oft wichtiger als der Preis: Wer weiß, dass „ab 1.900 €“ acht Stunden Begleitung, eine Online-Galerie und eine Lieferzeit von sechs Wochen bedeutet, kann vergleichen. Die Zahlen in diesem Satz sind ein erfundenes Beispiel, keine Marktpreise.
Ladezeit: warum Fotoseiten langsam werden
Fotoseiten sind langsam, weil Bilder groß sind, nicht weil die Technik schlecht ist. Ein Export direkt aus der Kamera oder aus Lightroom in voller Auflösung hat schnell mehrere Megabyte. Auf dem Smartphone wird dieses Bild aber vielleicht nur 400 Pixel breit angezeigt.
Google misst die Nutzererfahrung mit den Core Web Vitals. Die Richtwerte für ein gutes Ergebnis laut web.dev:
| Messwert | Was er misst | Gut | Schlecht |
|---|---|---|---|
| LCP (Largest Contentful Paint) | Wann das größte sichtbare Element geladen ist, auf Fotoseiten fast immer das Startbild | bis 2,5 Sekunden | über 4 Sekunden |
| INP (Interaction to Next Paint) | Wie schnell die Seite auf Klicks und Tippen reagiert, etwa beim Öffnen einer Galerie | bis 200 Millisekunden | über 500 Millisekunden |
| CLS (Cumulative Layout Shift) | Wie stark Inhalte beim Laden verrutschen | bis 0,1 | über 0,25 |
Gemessen wird jeweils am 75. Perzentil der Seitenaufrufe, getrennt nach Mobilgeräten und Desktop. Google schreibt, dass gute Werte dem entsprechen, was die Ranking-Systeme belohnen wollen. Eine Garantie für bessere Platzierungen sind sie nicht. Für Ihre Besucher ist eine schnelle Galerie aber unmittelbar spürbar.
Beim LCP zählt nicht nur ein normales Bild. Auch ein Video-Vorschaubild oder ein Hintergrundbild aus dem CSS kann das größte Element sein. Ein bildschirmfüllendes Startbild ist deshalb der wichtigste Hebel der ganzen Seite.
Checkliste: Bilder für das Web vorbereiten
Die Zielwerte in dieser Checkliste sind eigene Richtwerte aus der Praxis, keine offiziellen Grenzwerte. Sie sind ein guter Ausgangspunkt. Entscheidend ist am Ende die Messung, etwa mit PageSpeed Insights.
Vorlage
Bild-Checkliste für Fotografen-Websites
- Originale getrennt aufbewahren; für die Website nur eigene Web-Exporte verwenden
- Farbprofil beim Export auf sRGB stellen
- Startbild: lange Kante etwa 2.000 bis 2.560 px, Ziel unter 300 KB als AVIF oder WebP
- Galeriebilder: lange Kante etwa 1.600 bis 2.000 px, Ziel etwa 150 bis 400 KB
- Vorschaubilder in Rastern: 400 bis 800 px breit, Ziel unter 80 KB
- Jedes Bild in mehreren Breiten bereitstellen (srcset), damit das Smartphone kleine Dateien lädt
- AVIF oder WebP ausliefern, mit JPEG als Rückfallformat über das picture-Element
- Startbild nicht verzögert laden und mit fetchpriority="high" markieren
- Alle Bilder außerhalb des ersten Bildschirms mit loading="lazy" laden
- Breite und Höhe bei jedem Bild angeben, damit nichts verrutscht
- Startbild als echtes Bildelement einbauen, nicht als CSS-Hintergrund
- Dateinamen beschreibend wählen, zum Beispiel hochzeit-schloss-ort-trauung.avif
- Alt-Text pro Bild: kurz beschreiben, was zu sehen ist
- GPS-Daten aus den Metadaten entfernen, Urheber- und Copyright-Angaben behalten
- Keine automatisch startenden Diashows mit vielen großen Bildern auf der Startseite
- Ergebnis mobil messen: LCP bis 2,5 s, CLS bis 0,1
Zu den Formaten: MDN, die Webdokumentation von Mozilla, empfiehlt für Fotos WebP oder AVIF, weil beide meist deutlich besser komprimieren als JPEG. AVIF wird von den aktuellen Versionen von Chrome, Edge, Firefox, Opera und Safari unterstützt. MDN rät trotzdem, ein Rückfallformat anzubieten, und weist darauf hin, dass AVIF nicht schrittweise aufgebaut wird, sondern erst nach dem vollständigen Laden erscheint.
Zum Lazy Loading: web.dev rät ausdrücklich, Bilder im ersten sichtbaren Bereich nicht verzögert zu laden, besonders nicht das LCP-Bild. Viele Vorlagen setzen Lazy Loading pauschal für alle Bilder. Genau das verschlechtert auf Fotoseiten den wichtigsten Messwert.
Achtung
Hochauflösend heißt nicht unverkleinert
Gute Bildqualität auf großen Bildschirmen erreichen Sie über passende Pixelmaße und mehrere Bildgrößen, nicht über die Originaldatei. Eine 20-Megapixel-Datei im Portfolio bringt Ihren Besuchern nichts, kostet aber Ladezeit und erleichtert das Kopieren in Druckqualität.
Bilder-SEO: wie Google Ihre Fotos versteht
Google beschreibt in seinen Richtlinien für Bilder in der Google-Suche, was Bilder auffindbar macht. Für Fotografen sind vor allem diese Punkte relevant:
- Echte Bildelemente: Google findet Bilder im src-Attribut von img-Elementen. Bilder, die nur als CSS-Hintergrund eingebunden sind, werden nicht indexiert. Manche Vollbild-Slider arbeiten genau so.
- Alt-Text: Google nennt ihn das wichtigste Attribut für Bild-Metadaten. Beschreiben Sie das Bild im Zusammenhang, ohne Keywords aneinanderzureihen. Google warnt, dass Keyword-Stuffing als Spam gewertet werden kann.
- Dateinamen: kurz, aber beschreibend. „IMG_4711.jpg“ sagt nichts.
- Text in der Nähe: Bilder sollten nahe an passendem Text stehen. Eine Galerieseite ohne jeden Text gibt Google wenig Kontext.
- Responsive Bilder: srcset oder das picture-Element, immer mit einem src als Rückfall.
- Formate: Google unterstützt unter anderem JPEG, PNG, WebP und AVIF.
Wichtiger als jedes einzelne Bild ist die Seitenstruktur. Eine Seite „Hochzeitsfotografie in Leipzig“ mit Text, Ablauf und einer Auswahl hat bessere Chancen als eine reine Bildergalerie. Wenn Sie überwiegend lokal arbeiten, gehört auch ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil dazu; mehr dazu im Beitrag Website für lokale Unternehmen.
Über IPTC-Metadaten im Bild oder strukturierte Daten können Sie Urheber, Credit und eine Lizenzseite angeben. Google kann dann in der Bildersuche zum Beispiel die Urheberin anzeigen und ein Bild als lizenzierbar kennzeichnen. Google garantiert diese Anzeige aber nicht.
Kundengalerien, Bildauswahl und Buchung: meist ein Spezialdienst
Für die Auslieferung von Aufträgen brauchen Sie Funktionen, die mit einer Präsentationswebsite wenig zu tun haben: passwortgeschützte Galerien, Favoritenauswahl durch die Kunden, Downloads in voller Auflösung, Ablaufdaten, oft einen Shop für Abzüge. Dafür gibt es Galerie-Dienste mit Monatstarifen. Zwei verbreitete Beispiele, die wir am 18. Oktober 2026 auf den Preisseiten der Anbieter geprüft haben:
| Anbieter | Sitz und Hosting laut Anbieter | Einstieg kostenpflichtig | Kostenlose Stufe | Steuerangabe |
|---|---|---|---|---|
| picdrop | PicDrop GmbH, Berlin; „Hosted in Germany“ | Pro: 14,99 € pro Monat bei jährlicher, 17,99 € bei monatlicher Zahlung, 500 GB | ja: 3 Galerien, 1 GB | „All prices listed are net prices.“ |
| Pixieset | Sitz nicht geprüft; Datenschutzerklärung erlaubt Verarbeitung in anderen Ländern | Basic: 8 $ pro Monat bei jährlicher, 10 $ bei monatlicher Zahlung, 10 GB | ja: 3 GB, 15 % Provision auf Shop-Verkäufe | keine Angabe zur Umsatzsteuer gefunden |
Die Reihenfolge ist alphabetisch, keine Wertung. Wir haben keine Testkonten angelegt und keine Funktionen geprüft. picdrop zeigte am Prüftag zusätzlich einen reduzierten Aktionspreis an. Prüfen Sie vor dem Abschluss den aktuellen Preis, ob ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO angeboten wird und wo die Bilder gespeichert werden.
Für die Website reicht dann ein Link „Kundenlogin“ oder „Ihre Galerie“ in der Navigation. Manche Dienste lassen sich auch einbetten. Ein einfacher Link ist meist robuster und hält Ihre Website schlank.
Bei der Buchung ist die Lage ähnlich. Hochzeiten und Business-Aufträge werden selten per Kalender-Slot gebucht, sondern über eine Anfrage mit Datum und Rückfrage. Ein gutes Anfrageformular reicht hier oft. Für feste Termine wie Bewerbungsfotos kann ein fertiges Buchungstool sinnvoll sein; wann sich eine eigene Lösung lohnt, steht im Beitrag Buchungssystem für die Website: Fertige Software oder eigene Lösung?. Welche Felder ein Anfrageformular wirklich braucht, erklärt der Beitrag Kontaktformular: Welche Pflichtfelder sind wirklich nötig?.
Website, Galerie-Tool oder Baukasten: die Entscheidung
Viele Fotografen kombinieren am Ende zwei Bausteine. Die Tabelle zeigt, welcher Baustein welche Aufgabe am besten erfüllt.
| Ihre Situation | Eigene Website (beauftragt) | Galerie-Tool mit Portfolio-Funktion | Website-Baukasten |
|---|---|---|---|
| Start, wenige Leistungen, kleines Budget | meist zu früh | gut: Galerien und einfache Portfolio-Seite aus einer Hand | gut, wenn Sie Zeit für die Gestaltung haben |
| Mehrere Leistungen, die einzeln gefunden werden sollen | gut: eigene Seiten, Texte und Struktur pro Leistung | eingeschränkt, Text und Seitenstruktur oft begrenzt | möglich, Struktur und Ladezeit hängen von Ihnen ab |
| Volle Kontrolle über Bildauslieferung und Ladezeit | gut, wenn Bildoptimierung im Auftrag steht | abhängig vom Dienst | abhängig von Vorlage und Tarif |
| Kundengalerien, Favoriten, Downloads, Abzüge | nicht selbst bauen, Galerie-Tool verlinken | dafür gemacht | über Zusatzfunktionen teils möglich |
| Sie möchten nichts selbst gestalten | passt | Vorlagen anpassen bleibt Ihre Aufgabe | passt eher nicht |
Wie sich Baukästen preislich und im Aufwand gegenüber einem Webdesigner schlagen, vergleicht der Beitrag Wix, Jimdo, IONOS oder Webdesigner?. Für viele Fotografen am Anfang ist ein Baukasten oder ein Galerie-Tool mit Portfolio-Funktion die vernünftige und günstigere Lösung.
Eine beauftragte Website lohnt sich eher, wenn Sie mehrere klar getrennte Leistungen anbieten, über die Suche gefunden werden wollen und die Bildoptimierung nicht selbst übernehmen möchten. Fragen Sie in jedem Angebot nach, ob die Bildaufbereitung (Formate, Größen, Lazy Loading) enthalten ist und wie Sie das Portfolio später aktualisieren.
Recht am eigenen Bild und DSGVO: was Sie wissen sollten
Dieser Abschnitt ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Gerade bei Bildern von Menschen lohnt sich eine Beratung durch eine Anwältin oder einen Anwalt oder Ihren Berufsverband.
Nach § 22 Kunsturhebergesetz (KUG) dürfen Bildnisse „nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden“. Hat die abgebildete Person eine Entlohnung dafür erhalten, dass sie sich abbilden ließ, gilt die Einwilligung im Zweifel als erteilt. § 23 KUG regelt Ausnahmen, etwa für Bilder, auf denen Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft erscheinen. Bei einem bezahlten Hochzeitsshooting hilft Ihnen diese Regel in der Regel nicht weiter, denn dort zahlt das Paar Sie und nicht umgekehrt.
Daneben gilt die DSGVO, denn Fotos erkennbarer Personen sind personenbezogene Daten. Wie KUG und DSGVO zusammenspielen, ist rechtlich nicht abschließend geklärt. Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein schreibt in seiner Broschüre (Stand Mai 2025), die §§ 22, 23 KUG seien wegen des Vorrangs der DSGVO „nicht mehr uneingeschränkt anwendbar“. Die Broschüre klammert die Fotografie von Einzelpersonen, mit denen ein Vertrag geschlossen wurde, ausdrücklich aus.
Für die Praxis heißt das: Verlassen Sie sich bei Portfolio-Bildern nicht auf eine stillschweigende Annahme. Eine schriftliche Einwilligung schafft Klarheit. Beachten Sie, dass eine Einwilligung nach Art. 7 Abs. 3 DSGVO jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden kann. Planen Sie also ein, Bilder aus dem Portfolio zu entfernen, wenn jemand das verlangt.
Vorlage
Punkte für ein Model-Release (mit Ihrer Rechtsberatung abstimmen)
- Wer ist abgebildet, wer fotografiert, welches Shooting (Datum, Anlass)
- Wofür die Bilder genutzt werden dürfen: eigene Website, Social Media, Wettbewerbe, Werbung, Druck
- Ob Namen, Orte oder Firmennamen genannt werden dürfen
- Bei Hochzeiten: Hinweis, dass Gäste nicht automatisch mit einwilligen
- Bei Minderjährigen: Einwilligung der Sorgeberechtigten
- Hinweis auf das Widerrufsrecht und an wen sich der Widerruf richtet
- Separate Ankreuzfelder statt einer Pauschal-Erlaubnis, damit Kunden einzelne Nutzungen ablehnen können
- Ablage: wo die unterschriebene Fassung gespeichert wird
Wenn ein Paar die Veröffentlichung ablehnt, ist das kein Problem für den Auftrag. Zeigen Sie dann Details, Dekoration oder Bilder, auf denen niemand erkennbar ist, oder verzichten Sie auf diese Hochzeit im Portfolio. Ihre Datenschutzerklärung muss außerdem die Galerie-Dienste und Formulare nennen, die Sie einsetzen.
Bildschutz: was realistisch ist
Fotos sind nach § 72 Urheberrechtsgesetz als Lichtbilder geschützt, auch wenn sie keine künstlerische Höhe erreichen. Das Recht steht dem Fotografen zu. Den Diebstahl verhindert das aber nicht. Was technisch auf einem Bildschirm angezeigt wird, lässt sich auch kopieren, spätestens per Screenshot.
| Maßnahme | Was sie bringt | Grenze |
|---|---|---|
| Web-Exporte in begrenzter Größe | Kopien taugen nicht für großen Druck | Für Social Media reicht die Größe trotzdem |
| Rechtsklick sperren | hält Gelegenheitskopierer ab | Screenshot und Entwicklertools umgehen das sofort, kann Besucher stören |
| Sichtbares Wasserzeichen | macht Herkunft sichtbar, schreckt ab | stört die Bildwirkung im Portfolio, lässt sich wegretuschieren |
| IPTC-Angaben zu Urheber und Copyright | Herkunft bleibt in der Datei nachvollziehbar | Plattformen und Tools entfernen Metadaten oft |
| Rückwärtssuche (z. B. Google Bilder) | findet Kopien im Netz | kostet Zeit, findet nicht alles |
Für ein Portfolio ist die sinnvolle Kombination meist: begrenzte Exportgröße, Metadaten mit Urheberangabe, kein störendes Wasserzeichen und gelegentliche Rückwärtssuche. Bei Kundengalerien bieten viele Galerie-Dienste Wasserzeichen und Download-Sperren bis zur Bezahlung. Wenn Sie eine unerlaubte Nutzung finden, lassen Sie sich beraten, bevor Sie selbst abmahnen.
Häufige Fehler auf Fotografen-Websites
- Startseite als Diashow ohne Text: Besucher sehen schöne Bilder, wissen aber nicht, was Sie anbieten und wo.
- Alle Leistungen in einer Galerie: Der Schwerpunkt ist nicht erkennbar, und keine Leistung hat eine eigene auffindbare Seite.
- Originaldateien im Portfolio: langsame Seite, schlechte LCP-Werte, leicht kopierbar.
- Kontakt nur per Instagram-Nachricht: Ein Formular oder eine E-Mail-Adresse mit klaren Angaben bringt verwertbare Anfragen.
- Keine Angabe zum Einsatzgebiet: Wer „Fotografin“ ohne Ort schreibt, wird lokal schlechter gefunden.
- Veraltete Pakete: Preise von vor drei Jahren führen zu unangenehmen Erstgesprächen.
Wenn die Website schon Besucher hat, aber kaum Anfragen bringt, liegt die Ursache oft woanders als bei den Bildern. Eine systematische Prüfung beschreibt der Beitrag Besucher, aber keine Anfragen.
Sie zeigen uns Ihre bisherige Website und Beispiele, die Ihnen gefallen. Wir kümmern uns um die technische Umsetzung im vereinbarten Leistungsumfang. Was eine Firmenwebsite bei Ichii umfasst, steht auf der Seite Website erstellen lassen; die Preise finden Sie unter Preise und Leistungsumfang.
Quellen
- Web Vitals — web.dev (Google), abgerufen am 18.10.2026
- Largest Contentful Paint (LCP) — web.dev (Google), abgerufen am 18.10.2026
- Interaction to Next Paint (INP) — web.dev (Google), abgerufen am 18.10.2026
- Cumulative Layout Shift (CLS) — web.dev (Google), abgerufen am 18.10.2026
- Browser-level image lazy loading for the web — web.dev (Google), abgerufen am 18.10.2026
- Optimizing resource loading with the Fetch Priority API — web.dev (Google), abgerufen am 18.10.2026
- Understanding Core Web Vitals and Google search results — Google Search Central, abgerufen am 18.10.2026
- Image SEO best practices — Google Search Central, abgerufen am 18.10.2026
- Image metadata in Google Images — Google Search Central, abgerufen am 18.10.2026
- Image file type and format guide — MDN Web Docs, abgerufen am 18.10.2026
- § 22 KUG — gesetze-im-internet.de, abgerufen am 18.10.2026
- § 23 KUG — gesetze-im-internet.de, abgerufen am 18.10.2026
- § 72 UrhG — gesetze-im-internet.de, abgerufen am 18.10.2026
- Fotos und Webcams, Praxisreihe 6 (Stand Mai 2025) — Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein, abgerufen am 18.10.2026
- Art. 7 DSGVO — dsgvo-gesetz.de (inoffizielle Fassung), abgerufen am 18.10.2026
- Art. 28 DSGVO — dsgvo-gesetz.de (inoffizielle Fassung), abgerufen am 18.10.2026
- Pricing — PicDrop GmbH, abgerufen am 18.10.2026
- Pricing — Pixieset, abgerufen am 18.10.2026
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